Die dissoziative Identitätsstörung oder multiple

Persönlichkeitsstörung ist eine schwere

dissoziative Störung. Dissoziationen

(dissoziative Störungen) haben vielfältige

Ausprägungsformen. Es kann zu einer

teilweisen oder völligen Abspaltung von

psychischen Funktionen wie beispielsweise des

 Erinnerungsvermögens kommen.

Bei der dissoziativen Identitätsstörung handelt

 es sich um die schwerste Form der Dissoziation.

Die Betroffenen können zwei oder mehr

unterscheidbare Persönlichkeitszustände

innerhalb einer Person ausbilden. Dabei übernehmen die

verschiedenen Persönlichkeitszustände abwechselnd

 die Kontrolle über das Verhalten des Betroffenen.

 Es ist möglich, dass die verschiedenen „Persönlichkeiten“

 einzeln voneinander auftreten, ohne von der

 anderen Persönlichkeit etwas zu wissen.

Es kann jedoch auch vorkommen,

dass die einzelnen Persönlichkeiten sich der Existenz

 der Anderen bewusst sind. Über die Häufigkeit

des Auftretens der Störung liegen keine exakten

 Zahlen vor. Frauen sind häufiger betroffen.

Was sind die Ursachen der Identitätsstörung?

Häufig wird die Identitätsstörung auf traumatische

 Erlebnisse in der Kindheit zurückgeführt. Darunter

 fallen anhaltende Misshandlungen und

Vernachlässigungen, wie beispielsweise sexueller

 Missbrauch. Auch einschneidende Erlebnisse durch

schwere Unfälle, Katastrophen und Krieg können

 auslösend sein. Nach psychologischen Theorien ist

die Fähigkeit zur Dissoziation jedem Menschen

 gegeben. In andauernden Gefahrsituationen

 kann sie überlebenswichtig sein. Gerade

 bei Kindern in Lebensgefahr oder anhaltenden

 Gewaltsituationen werden auf psychischer Ebene

 für die einzelnen, widersprüchlichen und unvereinbaren

 Lebensbedingungen verschiedene Persönlichkeiten

erschaffen. Diese Persönlichkeiten können die

gegensätzlichen Aufgaben besser erfüllen. Die Kinder

 funktionieren trotz starker Belastung. Außerdem

verliert sich die Erinnerung an das belastende

Ereignis, da eine vermeintlich andere Person

 sie erlebt hat. Wird auf dieses psychische Schutzsystem

 auch noch im Erwachsenenalter zurückgegriffen und

 beeinflusst es das Leben des Betroffenen sehr stark

 oder gar auf schädigende Art, so wird es

als krankhaft angesehen .

 

 



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