Claudia's Fusshupen

 

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Diese Vermittlungsfotos fand ich in 2003 im Internet. 

                                   

Ich hatte Katzen, lebte immer mal wieder mit Familienhunden oder Pflegehunden und das Thema eigener Hund war eigentlich verschoben bis auf den Vorruhestand......aber dann kam alles ganz anders!

Das kleine Mädchen wurde damals auf 4 - 5 Jahre geschätzt. Sie lief auf drei Beinen, das vierte trug sie angezogen und kam damit nichtmal mehr bis auf den Boden. Es stellte sich heraus, dass sie Leishmaniose positiv ist und das auch mit einem recht hohen Titer, aber offensichtlich ohne akuten Schub. Sie war dünn, ohne Muskulatur, war am ganzen Körper voller Macken und hatte deutliche Vernarbungen am Hals. Wenn man sie streicheln wollte, duckte sie sich vor Angst mit dem Bauch bis auf den Boden. Man suchte ein ganz ruhiges Sofaplätzchen für die kleine verhuschte Maus. Sie war bereits in D, kam aber ursprünglich aus Spanien aus der Gegend um Barcelona. Nachdem ich mich etwas schlau gemacht hatte und nach ein paar schlaflosen Nächten war klar, dass Xica (gespr. Schika) zu mir kommen soll. Sie hatte mich eh quasi adoptiert. Als ihre Pflegemama bei mir die Vorkontrolle machte, kam Xica gleich mit, schaute sich hier um, enterte das Sofa und beschloss, dass sie bleiben will. Da hatten wir Glück, dass ihre Pflegemama nichts dagegen hatte. ;o) Es dauerte dann allerdings nicht lange und es gesellte sich zu ihrem gesundheitlichen Päckchen auch noch die Epilepsie dazu. Eine mehr als ungünstige Kombination!

Mir war natürlich von vornherein klar, dass man mit einem dreibeinig laufenden Hund oft angesprochen wird und dass man auch so manchen dummen Spruch wegstecken muss. Aber trotzdem fand ich es erschreckend, wie vereinzelte Kommentare oder Reaktionen ausfielen. Der Hund wurde angestarrt oder regelrecht angewidert angeschaut und es ertönten Sätze in der Art von "Sowas gehört doch eingeschläfert". Ein Kind stellte mir sogar einmal die Frage "Warum kaufst Du Dir nicht lieber einen gesunden Hund?". In unserer Gesellschaft ist scheinbar all das so garnichts wert, was eben nicht einfach nur fehlerfrei ist und perfekt funktioniert! Schon oft wurde mir ganz selbstverständlich unterstellt, dass ich diesen Hund ja nur aus Mitleid aufgenommen haben kann. Mitleid ist mit Sicherheit kein guter Grund für die Anschaffung eines Hundes. Kaum jemand kam auf die Idee, dass sie bei mir ist, weil sie ein klasse kleiner Hund ist, weil sie MEIN Hund ist!

Ich kam dann -Gott sei Dank- an die richtige Adresse, wo ich mit der Nase auf die richtigen Informationen und auch generell auf das für uns richtige Gleis geschubst wurde. Und das war Xica's Glück! Ich hatte wertvolle Unterstützung und nächtelang habe ich vor dem PC gesessen und gesucht und gelesen bis ich viereckige Augen hatte......und dann habe ich immer mehr dazugelernt udn habe vor allem gelernt, die Verantwortung für alles, was meine Hunde betrifft, selber zu übernehmen und eigene, informierte Entscheidungen zu treffen. Ich versuche auch, mich immer weiter schlauer zu machen und nicht stehenzubleiben. Es kommt für mich nun einfach nicht mehr in Frage, die Verantwortung für meine Tiere aus der Hand zu geben und sie an Tierärzte, Pharma-oder Futtermittelindustrie abzutreten.

Anfangs wurde Xica mit Antibiotika behandelt wegen einer akuten Entzündung im Ellbogengelenk, die ihr das Gelenk quasi "weggefressen" hat. Erst fiel schon der Verdacht Krebs, weil sich die TÄ nicht vorstellen konnten, dass etwas anderes das Gelenk so ruinieren konnte. Und sie bekam über Monate auch Rimadyl, weil nicht klar schien, ob sie schmerzfrei ist und ebenfalls Allopurinol, um die Leishmanien zurückzudrängen, den LM-Titer herunterzudrücken. Es sollte dann noch Luminal dazukommen, aber da ich zu dem Zeitpunkt bereits Alternativen im Umgang mit der Epilepsie kannte, kam das für mich nicht als erst Massnahme in Frage. Xica hatte anfangs mal einen schlimmeren Anfall, bei dem sie sich mit versteiftem Köper immer wieder um sich selber drehte, aber danach hat sie "nur" kleine Anfälle gezeigt, meist am Abend aus der Ruhephase heraus, die allerdings häufig, teilweise täglich. Sie dreht den Kopf seitlich weg, versteift, fällt auf die Seite und ihr Blick geht ins Leere. Ich kann sie dann ansprechen und zurückholen. Meine Ruhe ist dabei ganz besonders wichtig für sie! Ich musste lernen, diese Krankheit zu akzeptieren, denn alles andere wäre keine Hilfe für sie.

Ich habe das Mädchen auf getreidefreie Rohfütterung umgestellt und Getreide erwies sich im nachhinein auch als einer ihrer hauptsächlichen Anfallsauslöser, ein weiterer ist Stress, Stress in jedweder Form. Bei der konsequenten Vermeidung von Getreide gingen die Anfälle sofort deutlich zurück. Sie bekam Ergänzungsmittel zugefüttert, mit denen ich bei ihr sogar bei rechtzeitigen zusätzlichen Gaben Anfälle abwenden kann. Ich habe die überflüssige Impferei eingestellt, das unsinnige periodische Entwurmen und den chemischen Ungezieferschutz ebenso. Nachdem sie darauf ausgesprochen positiv reagierte, habe ich dann alle Medikamente langsam ausgeschlichen. Statt dessen wurde sie dann klassisch homöopathisch unterstützt. Mein Ziel war, ihre Konstitution so gut zu stärken, daß sie ihr Päckchen tragen kann. Ausserdem waren physiotherapeutische Massnahmen noch eine wichtige Sache, aber auch Erziehung und Beschäftigung. Sie baute Ängste ab und wurde immer selbstsicherer. Sie lernte auch, ihr Bein wieder einzusetzen.

Xica ist sehr schnell immer selbstbewusster geworden und sieht sich auch als gestandene Hündin. Sie besteht darauf, ein ganz normaler Hund zu sein und möchte auch so behandelt werden. Und Xica glaubt ganz fest, dass sie alles kann! Sie ist insgesamt ein eher ruhiger Hund, liebt ihre Ruhezeiten und die sollten -bitte schön- recht kuschelig ausfallen. Und liebebedürftig ist sie definitiv auch! Sie ist sehr verträglich und spricht perfekt hündisch. Sie ist mir gerade in den teils harten Zeiten mit Krümel eine grosse Hilfe gewesen mit ihrer Zuverlässigkeit. Sie ist so garnicht fordernd und daher muss man auch immer ein Auge auf sie haben und schauen, dass sie nicht zu kurz kommt. Sie liebt es, ihren Kopf anstrengen zu dürfen. Sie mag Abwechselung. So lieb wie sie ist, so kann sie doch gelegentlich auch mal das Ziegenböckchen geben. Was sie so garnicht ab kann, das sind distanzlose und extrem penetrante Hunde und eines hasst sie regelrecht: überlaufen, überrannt werden. Da kann sie verflixt deutlich werden, präsentiert dann ihr wunderschönes Gebiss, wenn nötig. Und während der "heissen Phasen" kann sie Hündinnen gegenüber auch mal zur Zicke mutieren. Und ich gebe zu: sie hatte bei mir schon auch so ein bisken Prinzessinnenstatus. Der wurde allerdings immer mehr auf ein Minimum zurückgefahren, weil Gnädige Frau dann zwischendurch tatsächlich mal wissen wollte, wo es hier eigentlich lang geht. Meist geht sie ja bei allem recht subtil und eher leise vor, aber sie hat es auf ihre liebe Art durchaus auch schonmal mit offener Meuterei versucht. Vor allem zu jeder Hitze ist es dasselbe Spiel. Sie tendiert dann definitiv zu mittelschwerem Grössenwahn. Einen Hang zu renitentem Verhalten kann man dem kleinen "Rehlein" mittlerweile durchaus unterstellen. ;o)

Entgegen aller tierärtzlichen Voraussagen, die mir z.b. prophezeiten, daß Xica ihr Leben auf drei Beinen verbringen würde, daß ich ihr verantwortungslos notwendige Behandlungen vorenthalte und ich überhaupt mit meiner Vorgehensweise meine Tiere auf Raten umbringen würde, entwickelte Xica sich sehr, sehr positiv. Es ging ihr immer besser, sie wurde immer fitter udn immer robuster. Nichtdestotrotz ist sie kein gesunder Hund und man darf sich auch nie in Sicherheit wiegen, man muss das immer im Hinterkopf haben, denn diese Erkrankungen können einen jederzeit wieder einholen.

Sie ist aber nun seit Jahren stabil, läuft wieder, humpelnd zwar, aber auf allen vier Beinen, ihre Leishmaniose ist nach wie vor nicht aktiv, sie ist medikamentenfrei und auch weitestgehend anfallsfrei.

Nachdem sie nach neueren Erkenntnissen vermutlich nicht 10 bis 11 sondern eher 12 bis 13 Jahre alt ist, machen sich auch die altersbedingten Zipperlein bemerkbar. Wenn es zu warm ist, mag sie sich nicht körperlich anstrengen, aber vor allem schwül-warme Wetterlagen machen ihr zu schaffen. Die jahrelange Fehlhaltung macht sich durch ziemlich üble Verspannungen bemerkbar. Das kleine Suppenhuhn war nie kooperativ genug für manuelle Physiotherapie, aber nun hat sich das geändert. Sie hat beschlossen, dass Massagen ja doch was Feines sind. GsD lässt sie sich nun gut behandeln!

Nunja, sie gehört jetzt wohl doch zu den Oldies......

           Und ich freue mich wie Bolle über jeden einzelnen Tag, an dem es ihr gut geht!  

                                     

                                                

COPYRIGHT by C.SCHLIWOWSKI

 

 

 



 



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