Claudia's Fusshupen

 

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Jeder Hundebesitzer war auch einmal Ersthundebesitzer und jeder hat mal klein angefangen mit der Hundehaltung. Und als Ersthundebesitzer kann man natürlich nicht alles wissen, das liegt in der Natur der Sache. Das Entscheidende ist, inwieweit man bereit ist, sich bereits im Vorfeld mit der Thematik auseinanderzusetzten und was man dann später daraus macht! Entscheidend ist eben, ob man tatsächlich bereit ist, sich auf das Abenteuer Hund wirklich ganz einzulassen. Lässt man sich darauf ein, so wird man sehr schnell feststellen können, wie sehr ein Hund das eigene Leben bereichern kann. All der Aufwand wird klein wirken, wenn man ein gutes Mensch-Hund-Team bildet, wenn man eine gute Beziehung, eine tiefe Bindung erworben, erarbeitet hat und das Wesen des Hundes tatsächlich ein gutes Stück weit versteht. Hunde sind einfach faszinierend mit ihrem umfangreichen Sozialverhalten und komplexen Kommunikations-und Ausdrucksverhalten!

Aber die Anschaffung eines Hundes ist doch kein Problem? Es gibt ja auch genug davon?
V
om Züchter, aus dem Tierheim, von Tierschutzorganisationen, aus dem Ausland, von Händlern, aus der Zeitungsannonce, vermittelt über's I-Net oder die Zeitung oder von privat abzugeben!

Und überhaupt.......Man schafft einen Hund an und dann ist er eben da, der neue Hausgenosse. Das bisken füttern, tränken, spazierengehen, gelegentlich mal bürsten, vielleicht mal zum Tierarzt, das kann ja wohl alles garkein Problem sein...........und ob das ein Problem ist! 

Davon spricht der Umstand Bände, dass unsere Tierheime voll sind mit Hunden, die lästig wurden, die ihre Besitzer überforderten, die aus Zeitmangel abgegeben wurden, die verhaltensauffällig wurden, die aus Geldmangel abgegeben wurden, die beschlagnahmt wurden, die ausgesetzt waren oder zurückgelassen wurden! Man muss auch nur mal auf die Notseiten im I-Net schauen oder in diverse Vermittlungsportale.
Hunde, Tiere allgemein, werden immernoch viel zu oft leider völlig unbedacht angeschafft! Es wird einfach allgemein unterschätzt, was es bedeutet, die Verantwortung für einen Hund zu übernehmen. Das, was zum Thema Anschaffung immer wieder zu bedenken gegeben wird, wird gerade auch von potentiellen Ersthundebesitzern oftmals nicht besonders ernst genommen oder gar ganz beiseite geschoben. Und viel zu oft ist die artgerechte Haltung eines Hundes -im Vorfeld und auch später- leider garkein Thema!
Soll in der Familie teures technisches Gerät angeschafft werden, ein neuer grosser Fernseher oder gar ein Auto, so werden monatelang Zeitungen, Prospekte und Testberichte gewälzt, ehe man gut überlegt sein teures Geld für solide Qualität auszugeben!
Und ein Hund? Der wird mal eben aus einer Laune heraus, vielleicht auf ein Zeitungsinserat hin und für kleines Geld gekauft!  

Ein Hund sollte wirklich nur sehr überlegt angeschafft werden udn es empfiehlt sich auch unbedingt gerade für Ersthundebesitzer, sich hierbei beraten zu lassen. Dieser Service wird z.B. von Hundeschulen, Hundetrainern angeboten und wird leider viel zu wenig, fast garnicht genutzt. Vor allem sollte man auch unbedingt davon Abstand nehmen, Tiere einfach zu verschenken!
Ein von einem Vermehrer oder Händler angeschaffter Welpe zum Sonderpreis kann schnell eine sehr teure Sache werden. Es kann ganz böse ausgehen, einen solchen Hund zu wählen, wenn er bereits krank übernommen wird und vielleicht sogar garnicht überlebt. Mindestens ebenso böse kann es ausgehen, wenn man einen Welpen wählt, der von seinem Wesen her problematisch ist, sei es genetisch bedingt oder durch mangelhafte Aufzuchtbedingungen. Auch sollte man an die Hunde denken, die gewissenlos als Gebärmaschinen missbraucht werden, die als "Zuchttiere" unter unglaublichen Bedingungen vor sich hin vegetieren müssen, um solche "billige Ware" möglich zu machen. Es ist wirklich wichtig, so einen Händler oder Vermehrer erkennen zu können.
Ebenso ist es natürlich wichtig, die Kriterien für die Auswahl eines seriösen und verantwortungsvollen Züchters zu kennen. Auch sollte man sich über rassebedingte Besonderheiten informieren und über Rassedispositionen bzgl. gesundheitlicher Probleme und auch den Wesensmerkmalen. Als Käufer eines ersten Hundes wird man kaum wissen, wie man an all die wichtigen Informationen kommt, die einen Hundekauf nicht zu einem reinen Lotteriespiel machen. Dazu benötigt man kompetente Hilfestellung.
Schnell ist auch mal ein Hund ausgewählt, der einfach von seinem Anspruch nicht passt. Und es gibt durchaus Rassen, die man als Ersthundebesitzer nicht unbedingt in Erwägung ziehen sollte! Leider werden Hunde meist wegen ihrer Optik ausgesucht und nicht danach, ob der Hund zu den eigenen Lebensumständen, zu den eigenen Vorstellungen passen könnte.
Sich auf Bücher zu beschränken, die oberflächliche Rassebeschreibungen mit netten Bildchen daneben präsentieren, das reicht keinesfalls aus! Und bei der Auswahl ist nicht nur die Rasse sondern vor allem auch das Individuum zu sehen, denn eine gewisse Varianz gibt es natürlich auch innerhalb der Rassen. Beobachtet man die Welpen eines Wurfes, fällt einem schnell auf, dass da vom agilen Clown bis zum ruhigen, gemütlichen Schnuffel, vom Kracher bis zum Dröselchen, alles vertreten sein kann.
Es gibt keine Hunde mit Familientauglichkeits-Gen und auch keine mit Kinderfreundlichkeits-Gen, genausowenig wie es Hunde mit Pflegeleicht-Gen oder Gehorsamkeits-Gen gibt. Hunde werden nunmal nicht gut sozialisiert und gut erzogen geboren!
Sie müssen erst sozialisiert und erzogen werden und der Umgang bestimmt, was aus einem Welpen wird! Und Erziehung ist nichts, was man mal eben nebenbei erledigt und schwupps hat man einen tollen Hund! Einen Welpen gut grosszuziehen und ihm all die wichtigen Regeln für sein Leben beizubringen, ihn gut zu erziehen, das ist richtige Arbeit. Auch muss man erstmal wissen, nach welchen Kriterien man sich eine Hundeschule, einen Hundentrainer aussuchen sollte. Ebenso sollte man Grundsätzliches auch speziell über die Auswahl von Welpengruppen und Junghundegruppen wissen. Denn da werden auch Weichen für das Hundeleben gestellt. Wird ein Hund z.B. als Welpe massiv gemoppt, wird das wohl deutliche Spuren hinterlassen. Und tauscht man sich mit anderen, erfahreneren Hundehaltern aus, sollte man genau hinschauen, ob man sich mit jemandem unterhält, der sich im Laufe seines Hundehalterdaseins immer weiterentwickelt hat, neueren Erkenntnissen Rechnung getragen hat oder ob da vielleicht jemand seit 10, 20 oder gar mehr Jahren eigentlich immer nur dieselben Dinge tut und dabei eben evtl. auch immer dieselben Fehler wiederholt. Hundeerfahrung ist eben nicht gleich Hundeerfahrung!
Es reicht schlicht nicht, irgendwelche "Hundewiesen-Parolen" zu kennen. Die Märchen vom Welpenschutz z.B. oder dem berühmten das-machen-die-unter-sich-aus sollte man als solche erkennen können.
Es kann etliche Monate dauern, bis ein Hund einen gewissen Grundgehorsam hat, aber genausogut kann es einige Jahre dauern. Und es ist wirklich Arbeit. Es gibt Hunde, die recht unproblematisch sind und es gibt Hunde, die verzeihen keine Fehler im Umgang. Und dann hat man schnell auch mal ein Problem! Ein Problem mit Zähnen, das darf man niemals vergessen!

Bevor man sich fragt, ob ein Hund die eigenen Ansprüche erfüllt, sollte man sich aber zuerst einmal fragen, ob man selber die Ansprüche eines Hundes erfüllen kann! Und Hunde haben grundsätzliche Ansprüche, aber rassebedingt vielleicht auch noch besondere Ansprüche, denen man gerecht werden muss! Habe ich die richtigen Bedingungen, genug Zeit, die richtige Einstellung und vor allem das nötige Wissen bzw. bin ich bereit, mir dieses Wissen anzueignen? Bin ich bereit, mich mit dem Hund tatsächlich auseinanderzusetzen? 

Ein Hund beansprucht viel Zeit, macht eine Menge Arbeit, kostet auch mal ordentlich Nerven, aber auch reichlich Geld!

Wenn jemand schon bei den Anschaffungskosten für einen sorgfältig aufgezogenen Welpen von einem guten Züchter schluckt, was macht sojemand dann bei allem anderen, was in den langen Jahren eines Hundelebens an Kosten anfallen kann? Futter ist da noch das geringste. Steuern, Haftpflichtversicherung (und die sollte man bei jedem Hund haben!), Tierarztkosten von der Impfung bis hin zu eventuell anfallenden Operationskosten, Kosten für eventuelle Zusatzbehandlungen wie Homöopathie, Physiotherapie etc., Kosten für Ausstattung wie Geschirr, Leine, Näpfe, Körbchen, Pflegeutensilien -was von der Bürste für 10€ bis zur Schermaschine für 250€ gehen kann- usw., Kosten für Bücher, Kosten für die Hundeschule, Kosten für eine sichere Unterbringung im Auto, Kosten für Seminare oder Workshops wegen spezieller Beschäftigungsprogramme und auch Kosten für Einzelstunden bei einem guten Trainer müssen drin sein, wenn sich vielleicht irgendwann mal irgendetwas in die falsche Richtung entwickelt. Kosten für Seminare oder Vorträge, wenn der Hund spezielle Anforderungen hat oder Probleme zeigt und man sich schlau machen will oder muss. Kosten, Kosten, Kosten!

Der Hund aus dem Tierheim oder von einer Tierschutzorganisationen ist auch nicht automatisch dankbar dafür,  von uns gerettet zu werden. Und Südenhunde sind auch nicht immer die viel zitierten gut sozialisierten Traumhunde. Natürlich kann man einen tollen "Gebrauchthund" finden, aber oft genug hat man halt auch mehr oder weniger stark traumatisierte Tiere oder Tiere mit Defiziten der verschiedensten Art, sei es physisch oder psychisch. Man sollte sich also erstmal mit dem Thema beschäftigen, ehe man einen Second-Hand-Hund aufnimmt, einfach, um sich sehenden Auges udn gut überlegt entscheiden zu können. Und auch da sollte man professionelle Beratung in Anspruch nehmen, sofern man keine oder kaum Erfahrung hat. Man denke bei Südenhunde nur mal an die "Mittelmeerkrankheiten", die leider oftmals garnicht erwähnt oder heruntergespielt werden. Mitleid ist übrigens ein ganz schlechter Ratgeber, wenn es um die Entscheidung für einen Hund geht! Es verbraucht sich recht schnell, vor allem sobald es mal schwieriger wird.

Im gewisser Weise ist jeder Hund ein Überraschungsei, aber Hunde mit unbekannter Vorgeschichte sind es ganz gewiss! Und er kann das in jeder Hinsicht sein, sei es wesensmässig oder gesundheitlich! Leider wird sich oftmals nur auf die gesundheitlichen Probleme fokussiert und es werden die Probleme, die sich aus dem Wesen eines Hundes ergeben können, außen vor gelassen. Wesen und Wesensfestigkeit sind hingegen wirklich wichtige Auswahlkriterien und sollten unbedingt die nötige Beachtung finden!

Ich habe selber bisher alle meine Tiere ganz bewusst vom Tierschutz übernommen. Somit seien mir auch kritische Anmerkungen erlaubt und ich will das keinesfalls als ein generelles Abraten verstanden wissen, sondern ich möchte grundsätzlich für das Thema sensibilisieren! Es ist eben nicht immer alles so problemlos, wie es oft erscheint oder wie es einem oftmals Glauben gemacht werden soll.

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Horn-Pivotti möchte ich zu dem Thema den Brief einer ihrer Welpenkäufer verlinken, der mir so besonders gut gefallen hat: http://www.checkpoint-charlies.de/Welpenkauf/Tani_s_Brief/tani_s_brief.html

Entnommen von ihrer höchst informativen HP www.checkpoint-charlies.de !

 

                    COPYRIGHT C.SCHLIWOWSKI



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