Deutsche Widder blaugrau

DW blaugrau, Täto B332 / 8625
Beschreibung der Farbe aus ZDRK-Standard 2004, Blaugraue Wiener:
Bewertungsposition 5 - Deckfarbe und Gleichmäßigkeit:
Die Deckfarbe ist blaugrau ( blauwildfarbig) in den Abtönungen hell, mittel und dunkel. Wobei der mittleren Tönung der Vorzug zu geben ist. Die Bauchdeckfarbe und die unterseite der Blume sind weiß bis hell cremefarbig. Die Schattierung der Decke wird hervorgerufen durch blaugespitzte Haare, die bündelweise beisammenstehen; sie soll am ganzen Körper verteilt sein und an den Seiten weit nach unten reichen. Die Brust, die Flanken und die Läufe dürfen etwas heller sein, sollen aber möglichst mit der Deckfarbe am Rücken übereinstimmen. Die Augenringe, die Kinnbackenenfassung und die Innenseite der Läufe sind gräulichweiß bis cremefarbig. Die Ohren sind blau umrandet. Der kleine Genickteil ist nicht scharf abgegrenzt und bräunlich. Die Blumenoberseite ist dunkel und kräftig gesprenkelt. Die Augen sind blaugrau, die Krallen hornfarbig.
Leichte Fehler: Ungleichmäßige Schattierung der Decke, schwach gesprenkelte Blumenoberseite. Schmaler Ohrenrand; durch Ein- oder Ausläufer unsauber abgegrenzter Ohrenrand; leichte Durchsetzung des Ohrenrands mit andersfarbigen Haaren. Etwas großer oder andersfarbiger Genickkeil. Leicht weiße Durchsetzung der Deckfarbe; hellere Brust, Flanken und / oder Läufe; helle Bindenansätze.
Schwere Fehler: Zu dunkle oder zu helle Deckfarbe; stark weiß durchsetzte Deckfarbe. Völliges Fehlen der Sprenkelung auf der Blumenoberseite. Stark weiß durchsetzter Ohrenrand oder sichtbarer weißer Büschel oder Fleck im Ohrenrand. Fehlende Schattierung. Reinweiße Binden oder Zehen. Andere als die geforderte Augenfarbe, zweierlei oder pigmentlose Krallen.
Bewertungsposition 6 - Zwischenfarbe und Unterfarbe:
An den farbigen Körperteilen befindet sich eine 5-8 mm breite, zur Unterfarbe gut abgegrenzte braune bis bräunlichrote Zwischenfarbe, dei fließend in die Deckfarbe übergeht. Die Unterfarbe ist am ganzen Körper, einschließlich des Bauches graublau und umfasst etwa die Hälfte bis 2/3 der Haarlänge. Die Unterfarbe an der Blumenunterseite bleibt unberücksichtigt.
Leichte Fehler: Schwache, verschwommene oder etwas aufgehellte Zwischenfarbe; etwas schmale oder breite Zwischenfarbe. Leicht weiß durchsetzte Zwischen- und / oder Unterfarbe.Bauchunterfarbe nur im Brust- und Schoßbereich.
Schwere Fehler: Stark farblich unreine oder stark weiß durchsetzte Zwischen- oder Unterfarbe. Zu breite Zwischenfarbe, wenn sie mehr als 10 mm beträgt. Gänzliches Fehlen der Zwischenfarbe und / oder Unterfarbe. Am Haarboden rein weiß abgesetzte Unterfarbe. Gänzliches Fehlen der blaugrauen Bauchunterfarbe.
Berichte zu Entwicklung und Genetik
von Henry Majaura und Karl Ströbele.

1.0 vom Februar 2007, Täto rechts B332, links 276
Verpaarung und Genetik:
Deutsche Widder blaugrau wurden durch Farbenkreuzung Deutsche Widder grau und Deutsche Widder blau herausgezüchtet. Die Erbformel für die Fellhaarfarbe lautet ABCdG/ABCdG (blauwildfarbig).
In der F1-Generation fallen nur graue Tiere, die aber alle spalterbig sind. Im nächsten Schritt werden Geschwister aus der F1Generation miteinander verpaart. Daraus fallen dann in der F2 theoretisch aus 16 Jungtieren unter anderem: 2 Tiere blaugrau, jedoch spalterbig für blau und 1 Tier blaugrau reinerbig.
Eltern
|
Grau reinerbig
ABCDG / ABCDG |
x |
Blau reinerbig
ABCdg / ABCdg |
Nachkommen F1
|
1.0 Grau spalterbig ABCDG/ABCdg |
1.0 Grau spalterbig ABCDG/ABCdg |
0.1 Grau spalterbig ABCDG/ABCdg |
0.1 Grau spalterbig ABCDG/ABCdg |
Geschwisterpaarung(en) aus F1
|
1.0 Grau spalterbig ABCDG/ABCdg |
x |
0.1 Grau spalterbig ABCDG/ABCdg |
Nachkommen F2
Theoretischer Anteil blaugrau bei 16 Jungtieren
|
2 Tiere spalterbig blaugrau ABCdG/ABCdg |
1 Tier reinerbig blaugrau ABCdG/ABCdG |
Welches Tier reinerbig ist kann und sollte durch Paarung z. B. mit einem schwarzen Tier festgestellt werden. Werden aus dieser Paarung schwarze Nachkommen geboren, dann ist das getestete Kaninchen spalterbig. Werden jedoch nur graue Tiere geboren, dann ist das getestete blaugraue Tier höchstwahrscheinlich ein reinerbiger Deutscher Widder blaugrau.
Fachmännische Betrachtung:
( Von Henry Majaura)
Blaugraue, (blauwildfarbige) Widder (ABCdG / ABCdG) gehören wohl zu den apartesten Farbenschlägen überhaupt, die aber leider kaum bei Ausstellungen zu bewundern sind. In meiner Leipziger Studentenzeit und auch einige Jahre danach hatte ich regelmäßigen Kontakt zu Zuchtfreunden der SZG Gruppe Eilenburg, wo ich verschiedentlich auf diesen herrlichen Farbenschlag traf. Da es inzwischen blaue Deutsche Widder gibt, wäre eine Neukombination mit Hilfe gut behaarter wildgrauer Tiere sicherlich möglich. Wichtig für die Farbwirkung ist eine relativ kurze, besonders dichte Behaarung. Lange dünne und weiche Haare lassen die Deckfarbe verwaschen und leblos wirken. Hasengraue Tiere sollten nicht eingekreuzt werden, da die etwas fahlerer Farbe zu einer weiteren Verblassung führt. Eher sollte vom Gegenteil Gebrauch gemacht werden, also Tiere mit einer gleichmäßig kräftig schwarz gespitzten Begrannung zum Einsatz kommen, die innerhalb der Schwarzverstärkerreihe bei E2, ggf. sogar bei E3 liegen. Dabei ist auf die Zwischenfarbe zu achten, die nicht verschwinden darf und deren leuchtend schimmerndes Farbenspiel an den Übergangsbereichen von der Deckfarbe zu den Wildfarbigkeitsabzeichen den Tieren ein ausgesprochen apartes Aussehen verleiht.
Quelle: Widder-AG, Henry Majaura, Karl Ströbele