Lyrische Momente mit Anette Esposito
Home
Vita
eMail
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Fotos
Meine Bücher
Liebesgedichte
Erotisches
Balladen
Rund um die Zeit
Humorvolles NEU
Mittelalterliches
Problematisches
Religiöses
Liebesschmerz
Frühling
Ostern
Sommer
Herbst
Novemberliches
**Winter**
**Weihnacht**
*Jahreswechsel*
Morgenstimmung
Abendstimmung
Autobiogr.1
Autobiogr.2
Autobiogr 3
Krise
Katastrophales
Menschen 1
Menschen 2
News
Liedtexte
Limericks
Finale
Neuigkeiten NEU
Tröstliches NEU
Unsinniges NEU
Baumiges NEU
Vorurteile Neu
Memoriam
Italienische Lyrik
Oktober 2008
November 2008
Dezember 2008
Januar 2009
Februar 2009
März 2009
April 2009
Mai 2009
Juni 2009
Juli, August o9
November 2009
Nationalbibliothek
Presseartikel
aktuelle Termine
Aphorismen
Oktober 2010
gemischtes April 2011
Neapel....
Songtexte
Mein Hund Dino

 


 

Sonnenaufgang am Meer

 

Schwül war’s gewesen in der Nacht,

sie hatte mir keinen Schlaf gebracht.

So stand ich auf, es war gegen vier,

und schlich mich leise hinaus aus der Tür.

Die Luft, die ich spürte, ich bemerkte es gleich,

war angenehm kühl und sauerstoffreich.

 

Ich atmete tief, genoss sie sehr

und bog in den kleinen Weg hin zum Meer.

Als ich dort ankam, ich muss nun gesteh’n,

vor Staunen blieb mir der Mund offen steh’n.

Das Meer lag in seiner Schönheit hier,

gleich einem Spiegel, so schien es mir.

 

Glasklares Wasser, kein Lüftchen sich regte,

einen Fisch sah ich, der sich bewegte.

Vorsichtig setzte ich mich in den Sand,

war ganz alleine an diesem Strand,

genoss den Anblick, die gute Luft,

und sog in mich ein des Meeres Duft.

 

Ich steckte die Füße ins Wasser hinein,

Dämmerung kam, der Tag schlich herein.

Was sich dann abspielte vor meinen Augen,

kann ich bis heute noch gar nicht glauben.

Das Wunder der Schöpfung erlebte ich pur,

die Vielfalt der Farben in der Natur.

 

Am Horizont erschien, winzig klein,

der Bogen der Sonne mit ihrem Schein.

Er trug einen Kranz von funkelndem Rot

und beleuchtete zart ein Fischerboot.

Es lag wie ein Teller, flach auf dem Tische,

draussen im Meer, das Netz voller Fische.

 

Schon kroch die Sonne höher empor,

fast bis zur Hälfte, kam es mir vor.

Mit Strahlen, die wie Arme sich breiten,

um die Welt zu erfassen in ihren Weiten.

Glutrot färbte sich der Himmel vor mir.

Ich sah auf die Uhr: zwanzig nach vier.

 

Die Müdigkeit war von mir abgefallen,

als ich erblickte den Feuerballen,

der sich gelöst hatte vom Horizont,

um dorthin zu wandern, wo am Tage er wohnt.

Im silbrigen Wasser, das funkelt’ wie Sterne,

sah ich sein Spiegelbild hier aus der Ferne.

 

Ich war überwältigt von diesem Gescheh’n,

so etwas hatt’ ich bisher nie geseh’n.

Andächtig saß ich und bewunderte nur

die Fantasie des Schöpfers dieser Natur.

Ich konnt’ es nicht fassen und mir wurd’ es klar,

wie vollkommen und schön das alles hier war.

 

Dann stand ich auf, mit träumendem Blick,

und ging barfuss den Weg wieder zurück.

 

 

 

 

Kurzer  Zeitgenuss

 

Duftend wiegt sich Sommerflieder

Immergrün umrahmt ihn zart

Ebenmäßig  zeigt sich bieder

Tausendschön in seiner Art

Ehrend schmückt noch dieses Plätzchen

Regungslos auf Erdensaum

In der Ecke, als ein Schätzchen

Groß und stark ein Apfelbaum

Oben pfeift in Blätterdichte

Kunterbunt und wunderbar

Auf den Ästen, früh im Lichte

Morgens schon die Vogelschar

Eigens zu den hellen Tönen

Nebenher im Überfluss

Sonnenstrahlen mich verwöhnen

Energiereich sie nun krönen

Kurze Zeit voll Hochgenuss

 

In der Ferne, hört man’s  grollen

Chlamys ähnlich das Gezelt

Hastig kommt dabei ins Rollen

Lichtdurchzucktes Wolkenfeld

Instinktiv verstummt das Pfeifen

Eigenartig Stille steht

Bilderrätsel vor mir reifen

Eingerahmt vom Blumenbeet

Dumpfe Donner in Erhebung

Irritieren Mensch und Tier

Chamoistisch  in Erregung

Hemisphäre voller Gier

 

 

 

 

 

 

 

Die Rose

 

Hier sitzt sie, verschlossen vorm Blick,

als Knospe im dornigen Bett.

Noch kennt man nicht ihr Geschick,

doch gern ich gewusst es schon hätt’.

 

Welch` Schönheit verbirgt sie im Innern?

Welch` Farbe und welchen Duft?

Sie will sich noch nicht drum kümmern,

liegt schlummernd in ihrer Gruft.

 

Beschützend lässt sie sich umgeben

von einfachem saftigem Grün,

in dem sie nun anfängt zu weben

den Glanz, den sie bald lässt erblüh’n.

 

Und kommt dann die wärmende Sonne,

mit ihrem zärtlichen Kuss,

dann weiß sie, in glücklicher Wonne,

dass sie sich nun öffnen muss.

 

Dann sieht man mit staunenden Augen,

was sie bisher hat versteckt.

Man kann es wirklich nicht glauben,

welch’ Faszination in ihr steckt.

 

Ihr Duft und die Schönheit verführen,

schaut man ihr tief ins Gesicht.

Doch Vorsicht: willst du sie berühren,

sei auf der Hut, denn sie sticht!

 

 

 

 

 

 

Die Bank in der Altstadt

 

Ein Spätsommernachmittag, ich war in der Stadt.

Nach ein paar Stunden hatt’ ich den Lärm dort satt.

Ich ging Richtung Altstadt, es war nicht sehr weit.

Mein Bus fuhr noch nicht, ich hatte viel Zeit.

Links und rechts sah ich winzige Gassen

mit uralten Pflastern auf den Straßen.

Durch diese Wege, die kleinen, engen,

kann kein Auto sich mehr zwängen.

Die Häuser sind dicht aneinander gebaut,

mit ganz kleinen Fenstern, aus denen man schaut.

Ein romantischer Platz , hinter dem Tor,

verborgen durch eine Linde davor,

mit einem Brunnen, der klares Wasser noch hat.

Man spürt hier nichts von der Hektik der Stadt.

Alles ist friedlich, sauber und stille,

mit Blumenkübeln in Hülle und Fülle.

Ich war sehr beeindruckt und ruhte mich aus

auf einer uralten Bank, vor einem Haus.

Nach einer Weile, so kam es mir vor,

vernahm ich eine Stimme an meinem Ohr.

Ich schaute mich um, konnt’s nicht versteh’n,

es war nirgendwo jemand zu sehn.

„Ich bin es, die alte Bank unter dir“,

sprach  die leise Stimme zu mir.

„Vor fast 60 Jahren“, sagte sie stolz,

„baute man mich aus Tannenholz.

Auf meinem Rücken haben viele gesessen,

keinen davon habe ich je vergessen.

Ich kenne all’ ihre Geschichten,

des Großvaters, der Kinder, Enkel und Nichten,

hab immer geschwiegen, nur zugehört

und keinen von ihnen jemals gestört.“

Ich lehnte mich verwundert zurück,

das Holz der Bank knackte, das alte Stück.

„Schau ruhig hin“, erzählte sie mir,

„überall Risse und morsch steh ich hier

an dieser Stelle, nun Tag und Nacht,

das Wetter hat mir zu schaffen gemacht.

Früher, ja, es liegt schon sehr weit,

bekam ich regelmäßig ein neues Kleid.

So alle zwei Jahre zirka war’s dann,

strich man mich mit neuer Farbe noch an.

Mal war ich braun, mal rot, mal weiß,

und beim Streichen lief manchem der Schweiß.

Seit vier Jahren bin ich, du siehst es genau,

das allererste mal dunkelblau.

„Doch“, seufzte sie leise, „es soll bald gescheh’n,

nächstes Jahr werd’ ich nicht mehr hier steh’n.

Meine Pflicht sei getan, hat man mir gesagt,

doch  mich haben sie dazu  gar nicht gefragt.“

Ihre Stimme wurd’ noch leiser und ganz schwer:

„Eine Neue aus Kunststoff soll nun hierher.“

Ich spürte kein’ Lufthauch, keine Fliege,die summte,

als die alte Bank darauf plötzlich verstummte.

Dann stand ich auf, ich musste nun geh’n

und murmelte leis’: „Auf Wiederseh’n.“

Nach ein paar Schritten dreht’ ich mich stumm

noch einmal zur alten Bank hin um.

Ich winkte verstohlen, mit traurigem Blick,

und mir war’s, als winkte sie mir zurück.

 

 

 

 

 

 

 

Sommernachtstraum

 

In einer lauen Spätsommernacht

lag ich entspannt unter Bäumen.

Der Mond hat mir freundlich zugelacht,

so dass ich bald anfing zu träumen.

 

Ich ging spazieren am Strand,

Dämmerung zog um mich her,

die nackten Füße im Sand

umspülten Wellen vom Meer.

 

Das Rauschen der Ozanbrandung,

ihr Treffen auf kaltes Gestein,

nachtgraue Inselumrandung

luden zum Bleiben mich ein.

 

Am Horizont, weit in der Ferne,

als Lichtpunkte Tanz auf dem Meer,

spiegelten hell sich die Sterne.

Mir gefiel dieser Augenschmaus sehr.

 

Ich schaute beim Gehen mich um

und sah meine Spuren im Sand,

das Dorf auf den Klippen lag stumm,

umgeben von felsgrauer Wand.

 

Dann spürt’ ich den Wind, wie er leise,

durch meine Haare sich schlich,

berührte mich auf eine Weise,

die lockendem Liebeskuss glich.

 

Der Duft, der vom Meer zu mir wehte,

berauschte und verwirrte zugleich.

Doch, als ich im Schlafe mich drehte,

verschwand dieses traumhafte Reich.

 

 

 

 

 

 

Sonnenseufzen

 

Bald fliehen des Hochsommers Düfte.

Die Sonne scheint heiß schon nicht mehr

und ab und zu zieht durch die Lüfte

ein Ahnen des Herbstes daher.

 

Im Nass kühler Tage verschlungen

klingt leise ihr seufzendes Ach.

Vom Grau dichter Wolken bezwungen

weint sie dem Sommerwind nach.

 

Doch zeigt bald in rotbraunen Tönen

der Herbst uns sein golden’ Gesicht,

wird sie ihn umgarnend verwöhnen

mit wärmendem Spätsommerlicht.

 

Dann lockt sie mit fröhlichem  Lachen

der Jahreszeit Stimmen hervor

und hell ihre Strahlen entfachen

ein Lied bunter Farben im Chor.

 

 

 

 

Massenmord

 

Was Schreckliches hab ich getan!

Mich packte heut der helle Wahn.

Weiß sicher, dass ich schuldig bin.

Ich wurd‘ zur Massenmörderin.

 

Ganz früh am Morgen fing es an.

Mich zog der Hass in seinen Bann.

Noch während ich am Schlummern war,

spürt ich den Stich, der Wut gebar.

 

Sie nervte schon geraume Zeit

und provozierte mich zum Streit.

Drum griff ich einen Gegenstand,

zerschlug sie an der Zimmerwand,

 

brutal, eiskalt und hundsgemein.

Ich hörte sie nicht einmal schrei‘n.

Sogleich verteilte sich ihr Blut

und augenblicklich ging‘s mir gut.

 

Nur hielt der Zustand lang nicht an.

Verwandte kamen wütend dann,

umkreisten mich in kurzer Zeit,

aus fern und nah im Trauerkleid.

 

Und mit Entsetzen, riesengroß,

ging jetzt der Terror richtig los.

Sie wollten Rache, Blut für Blut.

Aus allen Winkeln kam die Brut.

 

Bedrängte mich auf üble Art

mit ihrer Sippengegenwart,

sodass ich die Geduld verlor

und sie nun zu vernichten schwor.

 

Ich rang bald um mein Leben, jung,

in bloßer Selbstverteidigung,

schier mitleidlos in kaltem Hass,

mit mörderischem Hohn und Spaß.

 

Das Töten stand mir im Gesicht,

ohn‘ Anwalt, Kosten und Gericht.

Doch traf ich eine, folgten drei.

Ihr Schicksal war mir einerlei.

 

Den ganzen Tag hielt an die Schlacht.

Nur Frieden hat sie nicht gebracht.

Der Kampf, nun ein Gemetzel schien.

Doch ließ ich keine mehr entflieh’n.

 

Erschlug sie alle, gnadenlos,

ob Eltern, Kinder, klein ob groß.

Der Boden einem Schlachtfeld gleich,

rot-schwarz befleckt mein Wohnbereich.

 

Sitz’ nun zufrieden auf dem Stuhle,

um mich herum das Blutgesuhle,

werd endlich meine Ruh‘ wohl kriegen.

Erschlagen hab ich dreißig Fliegen.

 

 

 



Verantwortlich für den Inhalt ist der Autor der Homepage. Kontakt

Kostenlose Homepage von rePage.de


Anzeige:    Freunde finden leicht gemacht

Lyrische Momente mit Anette Esposito