Lyrische Momente mit Anette Esposito
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Missverständnis

 

Es war im goldenen Hochzeitsjahr

am Abend auf der Bank,

Dort saß ein trautes Ehepaar.

schon eine Stunde lang,

 

„Ach“, sprach der Mann, “mein lieber Schatz,

es ist schon lange her,

doch sag ich dir in einem Satz:

ich liebe dich noch sehr.

Wir teilten uns doch Glück und Schmerz,

den Tisch und auch das Bett.

Ich danke dir dafür, mein Herz.

Zudem fand ich’s besonders nett,

dass auch das Handtuch an der Wand

wir uns geteilt als Liebesband.

Zu unterscheiden leicht es war,

denn für „Gesäß“ darauf ein „G“.

Ein „A“ stand für das „Antlitz“ da,

ganz einfach, wie ich seh’.“

 

Die Ehefrau erwidert’ rasch:

„Nein, lieber Mann, so war das nicht.

Das „A“, das war doch für den  A…,

und „G“ war für’s Gesicht.“

 

 

 

 

 

Notfall     e

 

In der warmen Sommerzeit

Frau von Kleidung sich befreit.

Sie neigt doch sehr, bei langem Sitzen,

so hier und da zu starkem Schwitzen.

 

Den Ausschnitt trägt sie weit und rund,

und das „Darüber“ eng und bunt,

damit ihr Busen Wölbung zeigt,

wenn sie sich leicht nach vorne neigt.

 

Rock und Hosen sind gekürzt

und mit viel brauner Haut gewürzt.

So schreitet sie mit „Zartgefühl“

und ungeheurem Sexappeal,

vorbei, an starker Männlichkeit,

die sich „sichtlich“ dran erfreut.

 

So dass sehr bald, in seine Brust,

kriecht ein Gefühl von großer Lust.

Die weckt bei ihm, in seinem Schritt,

einen starken Appetit.

 

Das Blut erhitzt schnell seinen Kopf,

am Hosenbund platzt schon der Knopf,

denn plötzlich fühlt er dort Gedränge

und seine Hose wird zu enge.

 

Verlegen, nun mit roten Wangen,

will er bekämpfen sein Verlangen.

Denn, wenn bei ihm „die Hose“ steht,

er ungern auf der Strasse geht.

 

Sein Gehirn schlägt Purzelbäume,

er sehnt sich heim, in seine Räume,

wo er bekäm’, in aller Ruh’,

den Hosenknopf auch wieder zu.

 

Der Fall der Not wird ihm zur Falle,

als er betritt die Bahnhofshalle.

Drinnen ihn ein Mann anspricht

mit einem weiblichen Gesicht.

 

„Ich bin der Detlef, kommst du mit?“

und lüstern schielt auf seinen Schritt.

 

Und so verwandelte die Lust,

bei ihm, am Ende, sich in … Frust.

 

 

 

 

Die Hausfrau

 

Am Morgen heißt es früh aufsteh’n,

erst schnell in die Dusche geh’n.

Drei, vier Tassen Kaffee trinken,

um nicht zurück in Schlaf zu sinken.

Dann ist die Ruhe schnell vorbei,

vom Baby tönt der erste Schrei.

Fläschchen machen, Baby wickeln,

es wieder in den Schlaf zu schütteln,

danach schnell das Frühstück machen,

weil die Kinder bald erwachen.

Treppe hoch, Familie wecken,

dabei den Hund noch zu erschrecken.

Der will dann gleich zur Tür hinaus,

zum Gassi geh’n, drum Leine raus.

Schnell zurück, es ist schon spät,

Kinder wie die Zeit vergeht!

Jetzt heißt es Pausenbrote schmieren,

nur nicht die Geduld verlieren!

Endlich geh’n die Kinder raus,

bis Mittag hat sie Zeit fürs Haus.

Betten schütteln, Wäsche waschen,

Fenster putzen, Abwasch machen,

Becken säubern dann im Bad,

die Zahnpasta kein’ Deckel hat.

Der Spiegel, voller Wasserflecken,

zusammenfalten rasch die Decken,

Treppe hoch und Treppe runter,

immer wieder, froh und munter.

Laut erklingt des Babys Ton.

Nun läutet auch das Telefon.

Dem Baby schnell ein Schlaflied singen,

zwischendurch den Müll raus bringen.

Der Postmann an der Türe schellt,

der Hund den Postmann jetzt anbellt.

Küche putzen und den Flur.

Oh Schreck, was kocht sie heute nur?

Der Kühlschrank, leider nicht mehr voll.

Ob sie noch rasch was kaufen soll?

Die Nachbarin doch höflich bitten,

für zehn Minuten Baby sitten.

An der Jacke fehlt ein Knopf….

Kartoffel schälen für den Topf.

Gemüse putzen, Fleisch noch braten.

Hmm…, das ist doch gut geraten.

Ein Blick zur Uhr, gleich ist es zwei,

der halbe Tag ist schon vorbei.

Die Kinder aus der Schule kommen,

von weitem hat man sie vernommen.

Mittagessen, noch mal spülen,

die Bügelwäsche nun durchwühlen,

Hausaufgaben kontrollieren.

Nur die Ruhe nicht verlieren!

Gleich kommt Papa wieder heim.

Alle sich darauf jetzt freu’n.

Lachend steht er nun vor ihr.

„Hallo mein Schatz, wie geht es dir?“

Sie murmelt nur: „Bin hundemüde!“

Erstaunt sagt er: „Du meine Güte!

Wovon kannst du denn müde sein?

Du warst den ganzen Tag allein!

Verrat mir mal, was du ab acht,

denn eigentlich hier hast gemacht?“

 

 

 

 

 

Adelheid

 

Herr Schneider aus der Glockengasse

mit Hausnummer einhundertzehn,

saß abends gern auf der Terrasse,

im Liegestuhl, so recht bequem.

 

Er ließ den Tag Revue passieren

bei einer guten Flasche Wein

und blickte frech, ohne Manieren,

ins Nachbarküchenfenster rein.

 

Er sah die schöne Adelheid,

begann sie förmlich anzustieren,

mit runden Formen, kurzem Kleid,

herumkriechend auf allen Vieren.

 

Er starrte auf ihr hint’res Teil,

war plötzlich wie von Sinnen

und beschloss nach kurzer Weil’,

das Weib hier zu gewinnen.

 

Schon lang schritt er auf Freiersfüßen,

war nun sein Lotterleben leid,

wollt’ sich endlich mal versüßen

mit einer schönen Frau, die Zeit.

 

Auch träumte er von gutem Essen,

von Frauenhänden zubereitet,

Döner und Pommes frites vergessen,

die ihm den Umfang sehr geweitet.

   

Doch als er sah sein Spiegelbild

erschrak er ziemlich heftig.

Von Fast food Nahrung reich gefüllt

erschien sein Bauch ihm deftig.

 

Er dachte an die Adelheid,

mochte sie gern verführen.

Zum Abspecken war er bereit

sowie zum Maniküren.

 

Gestrichen wurden auf dem Plan

Wein, Chips und süße Sachen.

Er dachte auch sofort daran,

ein Sportprogramm zu machen.

 

Schnelldiät, nur mit Gemüse,

reichlich Obst für Wochen, vier,

und für die Adelheid, die Süße,

würd’ er verzichten auch auf Bier.

 

Danach, so dachte er sich gut,

wollt’ er mit einem Blumenstrauß,

fit und schlank mit heißer Glut,

sie einladen zu sich nach Haus.

 

Die nächsten Wochen waren hart,

er kam dabei ins Schwitzen.

Doch hielt er durch, auf Mannesart,

um Adelheidchen zu besitzen.

  

Mit Disziplin und viel Verzicht

ging er die Sache an,

verlor acht Kilo an Gewicht

und hing noch zweie dran.

 

Nun kam die Stund’ voll Unbehagen,

in der er fragen wollt’ die Adelheid,

ob sie bereit, in allen Tagen,

mit ihm zu teilen Freud und Leid.

 

Er putzte sich, stolz wie ein Pfau,

an diesem Tag sogar die Zähne,

wählte einen Anzug blau

und kämmte seine Mähne.

 

Mit roten Rosen stand er später

in der Glockengasse hundertneun,

hoffend wie ein Hausvertreter,

dass Adelheid nicht sage: „Nein“.

 

Doch als sich öffnete die Pforte

von der Wohnung über’m Keller,

vergessen waren Liebesworte…

der dicke Heinz war schneller.

 

 

 

 

 

 

Hornhautbalsam

(nach einer wahren Begebenheit)

 

Jüngst kaufte meines Enkels Base

ein Schnupfenspray, für ihre Nase.

Der Apotheker pflegt den Brauch,

schenkt gern beim Kauf ein Extra auch.

 

In einer Probe, ziemlich flach,

verstaut im hint’ren Geldscheinfach,

befand sich wohl, so schien es Sinn,

ein Balsam für die Hornhaut drin.

Nach ihrer Rückkehr, bald zu Haus,

packt’ sie das Päckchen sofort aus,

las gleich die Werbung, ohn’ Verdruss,

weil man sich informieren muss,

bevor man irgendetwas schmiert

und es am Körper ausprobiert.

 

Urea, davon zwölf Prozent,

und Teebaumöl sich drin befänd.

Kein’ Schleifmittel, es würd’ nicht ätzen,

nichts Chemisches die Füß’ verletzen

und Neubildung von horn’ger Haut

würd’ schließlich gänzlich abgebaut,

versprach die Werbung, kurz und schlicht,

bei täglicher Anwendungspflicht. 

 

Das kleine Päckchen, als Versuch,

enthielt ein sanftes feuchtes Tuch.

Mit diesem fing die Base dann

die nackten Füß’ zu rubbeln an.

Doch war von Wirkung keine Spur,

dieselben zeigten feucht sich nur.

 

Ihr nicht geheuer schien die Sache:

„Kann sein dass etwas falsch ich mache?

Ein Resultat, so wird’s wohl sein,

tritt sicher erst nach Tagen ein.“

 

Sie nahm das Päcken in die Hand,

mit Abbild Fuß, ganz klein am Rand,

und drehte es, sie war nicht dumm,

auf ihrem Tisch nun andersrum.

Stutze - lachte lauthals auf.

„Brillenputztuch, feucht“ stand drauf.

 

 

 

 

 

 

Naturversehen

 

Der Mann, bei seinen Saunagängen,

ist anfangs frei von allen Zwängen.

Jedoch, wenn runde Weiblichkeit

zugleich zum Saunen ist bereit,

dann kommt der Mann bei stillem Sitzen

oftmals schnell in peinlich’ Schwitzen.

Und schielt er nach diversen Stellen,

bekommt sein Handtuch kleine Wellen.

Errötend will er schnellstens gehen.

Natur kann sich mal schnell versehen.

Leicht frustriert schleicht er von dannen,

verärgert über solche Pannen.

Er spritzt sich ab mit einem Schlauch,

hüpft gleich ins kalte Wasser auch

und das „Versehen der Natur“

erhält gesunde Kneipp’sche Kur.

 

Nun steht auch auf der zweiten Seite,

wann er am liebsten sucht das Weite.

Wenn hilft kein Bitten und kein Locken,

und sein Verstand gerät ins Stocken.

Wenn Mannesstolz bleibt nicht bestehen,

dann ist’s wohl ein Naturversehen

  

Die Lage, die nicht unbekannt,

ist zweifellos nun hochbrisant.

Die Trauerflagge wird gehisst,

weil’s Beste Stück oft kraftlos ist.

 

Doch, wenn bei lustvollem Geschehen,

das, nur natürliche, „Versehen“,

von Mann und Frau stets sehr begehrt,

sich standhaft zeigt, steigt auch sein Wert.

Erfüllt es schließlich seinen Zweck,

verkriecht sich nicht in sein’ Versteck,

wird beim Finale man verstehen:

es ist mit viel Natur versehen.

 

 

 

 

 

 

Mobile Pflege

 

Ein früher Abend im August.

Ich hatte Dienst und keine Lust.

Zwar war die Runde nicht sehr lang,

doch vor dem Stadtverkehr mir bang.

Deshalb ich einfallsreich beschloss:

Ich fahr am besten früher los,

dann käm ich sicher rasch voran.

„Mobile Pflege“ war der Plan.

 

Für Blutdruck, Insulin, Tabletten,

Strümpfe auszieh‘n, lagern, betten,

Rücken waschen und den Po,

Gesicht und Hände ebenso,

füttern, in den Rollstuhl setzen,

hier und da ein wenig schwätzen,

für vieles, was ein ält‘rer Mann

und Frau nicht mehr alleine kann,

steh fachlich ich im Dienst bereit,

denn dafür zahlt man mir die Zeit.

 

So kam ich nun bei einem Mann

an diesem Abend  früher an.

Er, über achtzig Jahre „jung“

hat reichlich Charme und noch viel Schwung.

Zwar hört er lange Zeit schon schwer,

die Augen wollen auch nicht mehr,

sich selber spritzen kann er schlecht.

Dass man ihm hilft, ist ihm sehr recht.

Was dann geschah ist nun kein Witz.-

 

Den Haustürschlüssel im Besitz,

drückt’ kurz ich auf die Klingel drauf

und schloss die Türe damit auf.

Im Flur schon hört‘ ich ein Gestöhne,

sehr komisch fand ich diese Töne.

Sofort kam mir es in den Sinn:

Nur gut, dass ich ´was früher bin.

Ihm ist bestimmt etwas passiert,

dass starke Schmerzen er verspürt.

Vielleicht liegt er am Boden gar.

Das schien mir gar nicht sonderbar.

 

Ich riss die Tür auf mit viel Krach

und stand sogleich im Wohngemach.

Doch hatte er mich nicht gehört

und fühlte sich noch ungestört…

Nur kurz sah ich es im Profil,

wie er sich „pflegte“, recht mobil.

 

Diskret zog ich mich rasch zurück

und schloss die Tür mit leisem Klick,

rief überlaut: „ Hallo, Herr A…,

der Pflegedienst ist wieder da!“

Zurück kam aus dem Wohnbereich:

„ Nur ein‘ Moment, ich komme gleich!“

 

 

 

 

 

Mund gestopft

 

„Guten Morgen Fräulein Müller.

Sind sie denn schon wieder da?

Ach, das nenn ich einen Knüller,

Sagen sie mal, wie es war.

 

Wollten sie nicht länger bleiben?

Ist denn irgendwas passiert?

Könnten sie‘s mir mal beschreiben.

Sind sie nun nicht mehr liiert?

 

Das macht mich nun etwas stutzig.

Eine Woche war es bloß.

- Oh, das Hündchen ist so putzig -

Sprechen Sie, was war denn los?

 

Haben sie vielleicht gestritten?

Dieser Mann war doch sehr nett.

Dürft ich um die Antwort bitten:

War er nicht so gut im Bett?

 

Hat er sie vielleicht geschlagen?

Denn ihr Auge scheint mir blau,

Oh, wie kann er so was wagen!

Schlägt man etwa eine Frau?

 

Nein, das kann ich jetzt nicht fassen.

Hab ich mich denn so geirrt?

Oder hat er sie verlassen?

Jetzt bin ich total verwirrt.

 

Ach, was mussten sie erleiden.

Nun, das tut mir wirklich Leid.

Lag auch stets auf ihnen beiden

Fräulein Meiers blanker Neid.

 

Hat den Mund sich oft zerrissen,

auch bei mir mal angeklopft.

Doch ich wollt davon nichts wissen,

hab ihr den sofort gestopft.

 

Lies sich’s auch sogleich erkennen,

nach dem Wagen, den er fuhr,

-reich und schön tat er sich nennen -

Nichts für sie - ich mein ja nur.

 

Nein, das konnte gut nicht gehen.

Hab ich immer schon gesagt.

Was soll weiter jetzt geschehen?,

hätte ich noch gern gefragt.“

 

„Wissen sie, Frau Überweise,

leider trügt sie hier der Schein.

Wir gehn heut auf Hochzeitsreise

und acht Wochen werden’s sein.“

 

 

 

 

Der Vamp

 

Die Haare glänzend, gut frisiert,

zur Löwenmähne antoupiert,

die Lippen voll, in hellem Rot

mit Blicken, lüstern – Angebot.

 

Den Saum, zwei handbreit überm Knie

und langen Beinen, fragt nicht wie.

Auf High Heels schreitet sie vorbei.

Der Männerwelt nicht einerlei.

 

Sie zeigt viel Haut, die offenbar

recht lange in der Sonne war,

wo auf der Stirn, nicht ungewohnt,

`ne Gucci-Sonnenbrille thront.

 

Im engen Kleid, figurbetont,

ihr Dekolleté recht offen wohnt,

das ahnend noch viel mehr verspricht,

so wie ihr Schmunzeln im Gesicht.

 

Beim Schreiten wiegt sie hin und her,

ihr runder Hintern etwas mehr.

Mit ihrer Zunge, feucht und flink

benetzt sie Lippen – klarer Wink.

 

Nun stehen ihre Blicke still.

Es scheint, als ob sie etwas will,

als hätte sie was im Visier.

Ich glaub, den Kerl da neben ihr.

 

Der scheint von ihr total entzückt,

holt hörbar Luft, als sie sich bückt.

Sein Blick gerät in ihren Bann,

den er nicht kontrollieren kann.

 

Ein Augenzwinkern ihr entweicht,

kokett - fast hätte sie’s erreicht…

Da hör ich, wie er zu mir spricht:

„Du glaubst wohl, das gefällt mir nicht?

 

Du bist ein Vamp, `ne Wahnsinnsfrau!

Beindruckt hat mich deine Schau.

Verlockend ist dein Auftritt hier.

Er macht mich rasend und voll Gier.

 

Verwirrst, verführst mich wieder mal.

Dir widerstehen ist mir Qual.

Doch geh so nicht zur Tür hinaus,

sonst ist‘s mit unsere Ehe aus.“

 

 

 

 

 

Versteh einer die Frau

 

Sehr oft wird man aus ihr nicht schlau.

Ich meine hiermit: eine Frau.

Für manchen Mann bleibt sie ganz klar

ein großes Rätsel offenbar.

 

„Ach Schatz, was darf es heute sein?

`ne Perlenkette, nicht zu klein?

Vielleicht ein Zobel oder Nerz?

Ich lieb dich ja so sehr, mein Herz.“

 

Schon flötet sie in süßem Ton:

„Was Kleineres genügte schon.

Wie wäre es mit einem Ring

mit Brilli, lupenrein das Ding?“

 

„Ok mein Schatz, ich fahr gleich los,

leg du die Händ‘ derweil in Schoß

und ruh dich ruhig noch was aus.

Wir haben ja kein Schmutz im Haus“.

 

Sie seufzt und sinkt aufs Kanapee:

„Mir tun heut meine Beine weh.

Dazu Migräne, wieder mal,

der Tag wird sicher eine Qual.

 

Dann ist auch abends noch Empfang

mit Diskussionen, stundenlang.

Wie soll ich das nur überstehn?

Muss vorher auch noch shoppen gehn.

 

Ich hab ja nichts mehr anzuziehn,

dann mittags den Friseurtermin.

Zur Maniküre auch, um vier.

Wieso bist du noch immer hier?

 

Fahr ruhig los, jetzt gleich, ich bitt,

und bring mir etwas Schönes mit.

Ich hab ab jetzt genügend Stress.

Den Brilli aber nicht vergess!“

 

Er rennt hinaus, die Tür fällt zu

und denkt: „Jetzt hab ich etwas Ruh.“

Die Arbeit ruft und Geld ist Pflicht,

denn ohne geht es nun mal nicht.

 

Sein Tag, von Stress und Hektik voll.

Termine, Planung, Müssen, Soll,

und zwischendurch zum Juwelier,

Nach Hause kommt er erst nach vier.

 

Als er den Haustürschlüssel dreht,

sie vor ihm wie `ne Furie steht:

„Wieso kommst heute du so spät?

Fragst nicht einmal, wie’s mir so geht.

 

Den ganzen Tag war ich allein,

hatt Langeweile obendrein.

Du hast doch wohl an mich gedacht

und mir dafür was mitgebracht?

 

Ich warte schon so manche Stund.

Gab‘s dafür etwa einen Grund?

Du liebst mich überhaupt nicht mehr.

Nimm mich in‘ Arm, komm bitte her!“

 

Die Tränen rinnen - Hysterie.

Was dann noch folgt, das weiß er nie.

Er hält sie wortlos, zögernd fest.

Das gibt ihr scheinbar nun den Rest.

 

„ Fass mich nicht an, ich will das nicht!“

Die Farbe läuft ihr durchs Gesicht.

„Du bist so herzlos, hundsgemein“,

fängt nun noch lauter an zu schrei’n.

 

Erschrocken steht er, stumm und bleich

im Korridor vom Wohnbereich,

zieht aus der Tasche zitternd schnell,

das kleine Schmuckstück auf der Stell,

 

das wie verhext von Zauberhand,

den Wutausbruch in ihr nun bannt.

Vom Herzen fällt ihm jetzt ein Stein.

‚Oh trautes Heim und Glück allein‘!

 

Nur kurz hat er noch nachgedacht:

„Was hab ich wieder falsch gemacht?“

Verstehen fällt ihm sichtbar schwer.

Ich glaub, Mann will‘s auch oft nicht mehr.

 

 

 

 



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