Lyrische Momente mit Anette Esposito
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Wie Romeo und Julia

Als zum ersten Mal sich ihre Augen trafen,

verfehlten Amors Liebespfeile nicht ihr Ziel.

Sie wollten aber niemals miteinander schlafen,

doch was begann war mehr als nur ein Spiel.

 

Es war die große Liebe auf den ersten Blick,

von der man sonst nur in Romanen liest.

Sie sträubten sich sehr lange mit Geschick

und zeigten somit, was Charakterstärke ist.

 

Man durfte sich nicht einfach gehen lassen.

Sie war gebunden, hatte Kind und Mann.

Es wollt auch nicht in ihre sturen Köpfe passen,

dass augenblicklich sich alles ändern kann.

 

Doch fanden sie sich bald darauf gefangen

von einer Macht, die stärker war als der Verstand.

Die beiden wurden immer mehr umfangen

von kostbar, fein gewebtem Liebesband.

 

Man traf sich heimlich, wollt’ sich doch verwehren,

denn ihre Liebe durfte ja nicht sein.

Viel stärker war jedoch das Herzbegehren.

In Schwachheit ließen sie sich darauf ein.

 

Sie schwebten beide in der andren Welt,

wo man nur Leidenschaft und wahre Liebe schmeckt.

Zufrieden lächelnd hat das große Himmelzelt

die Liebenden mit ihrem Schutz bedeckt.

 

Sie waren, wie einst Romeo und Julia,

die damals schon in längst vergang’ner Zeit

und wie manch andre große Liebespaar,

für ihre Liebe gern zu sterben auch bereit.

 

Ihr Liebesglück, das heimlich sie genommen,

hielt viele Jahre voller Leidenschaft.

Denn ihre große Liebe war vollkommen

und gab den beiden immer wieder neue Kraft.

 

So oft sie konnten, stillten sie ihr heiß’ Verlangen

und die geraubte Zeit war kostbar, honigsüß,

dass alle Himmelsglocken dabei klangen,

wenn sie spazierten durch ihr Paradies.

 

Doch immer wieder klagte leise das Gewissen

die leidenschaftlich’ große Liebe an,

wenn in der Nacht, auf ehelichem Kissen,

voll Schuld man nicht gut schlafen kann.

 

Dann hat sie eines Tages still beschlossen,

es dürfe so nicht ewig weitergehen.

Die Liebe, wenn auch aus hartem Stahl gegossen,

könnt’ sicherlich in Sünde nicht bestehen.

 

Sie trennte sich von ihm mit einer Lüge:

Ihr Herz sei leider nicht mehr für ihn da,

mit einem Andern sie ihn längst betrüge.

Er glaubte sich vor Schmerz dem Wahnsinn nah.

 

Er wurde krank, Verzweiflung ließ nicht hoffen.

Es siegte hier am Ende der Verstand.

Sie haben sich nie wieder mehr getroffen.

Er ging zurück, ins ferne Heimatland.

 

Die Liebe, die die beiden einst gebunden,

decken nun Gestrüpp und Dornen schweigend zu.

Nur hin und wieder, in nächtlich dunklen Stunden,

findet keins der beiden Herzen friedvoll’ Ruh’.

 

Sie leben voneinander weit entfernt, auch gut.

Familienglück bedeutet für sie wahre Freud’.

Nur manchmal quillt mit einem kleinen Tropfen Blut,

Erinnerung an die Vergangenheit.

 

In mancher Nacht weint stumm sie ein paar Tränen,

neben ihrem treuen, schlafend’ Ehemann

und denkt dabei, voll Schmerz und leisem Sehnen,

an jenes Glück, das niemals sie vergessen kann.

 

Noch heute steckt an einem ihrer Finger

ein schmaler Ring von ihm, als Liebespfand.

 Auch wird von Tag zu Tag die Hoffnung noch geringer,

dass irgendwann besiegt wird der Verstand.

 

Das Schicksal geht oft im Leben krumme Wege.

Wohin sie führen ist anfangs meist nicht klar

und hin und wieder nimmt man in dem Gehege

das eig’ne Lebensglück zu spät doch wahr.

 

 

 

 

 

 

 

Der Fischer

 

Auf einer Insel, nicht weitab vom Land,

stand, voller Verzweiflung, ein Fischer am Strand.

Geschickt löst’ das Boot er vom sicheren Tau.

Er sorgte sich sehr um die schwerkranke Frau.

 

Ein Fieber ließ sie seit Tagen nicht ruh’n.

Er musste jetzt handeln, das Richtige tun.

Zum Doktor, aufs Festland, in kürzester Zeit,

der Weg über’s Wasser war nicht allzu weit.

 

Dunkelheit legte die Hand auf das Meer,

der Himmel voll Wolken, drohend und schwer.

Es kümmerte wenig den liebenden Mann,

er trat seine Überfahrt hoffnungsvoll an.

 

Mit tränenden Augen nahm er den Stab

und stieß damit kraftvoll vom Ufer sich ab.

Auf einmal sah er im Nass ein Gesicht,

das sanft zu ihm sprach, in feurigem Licht:

 

„Kehr lieber um, es droht dir Gefahr,

ein Sturm zieht herauf, nimmst du ihn wahr? “

Schon drang übers Meer ein Windstoß heran

und rüttelte wild an dem hölzernen Kahn.

 

„Allmächtiger Himmel, lass mich nur zieh’n,

ich werde ganz sicher der Hölle entflieh’n.

Ich brauche schnell Hilfe, du weißt es genau,

es wartet der Tod bereits auf meine Frau.“

 

Das Rufen des Fischers verschluckte das Meer,

warf in blinder Wut das Boot hin und her.

Der Himmel riss auf mit grollendem Weh,

gespenstisches Leuchten umgab nun die See.

 

„Sagt nur, warum wird der Weg mir verwehrt,

ich kann’s nicht verstehen, was mach ich verkehrt?“

Aus dunkelster Tiefe jetzt drang an sein Ohr,

die Stimme des Todes, so kam es ihm vor:

 

„Du törichter Narr, schweig’ endlich still,

ich werde dir sagen warum ich dies’ will.

Es ist schon zu spät, sie gehört mir,

noch in dieser Nacht entreiß ich sie dir.“

 

Im tobenden Wasser die Stimme erklang.

Des Fischers Herz stockte, sekundenlang.

Im gleichen Moment ergoss sich viel Nass

und peitschte das Meer in unbändigem Hass.

 

Bald schlugen die Wellen hinein in das Boot

und brachten dem Hilflosen Schrecken und Not.

„Fürst dunklen Reiches, hör meinen Schrei,

hab doch Erbarmen, lass mich doch frei!“

 

Erneut sprach die Stimme voll Spott, voller Hohn,

in düsterem, unheimlich klingenden Ton:

„Willst du sie retten, die Liebste dein,

dann spring in die Arme des Meeres hinein.“

 

Es drängten die Mächte den Fischer alsbald

und zogen und zerrten mit großer Gewalt.

Höllisches Lachen, vermischt mit der Flut:

„Erbärmlicher Wurm, fehlt dir der Mut?“

 

Das Boot wollte kentern, er ließ es nicht los,

auf gieriger Lauer, der Meeresschoß.

Der Kahn, in Schlingen von teuflischem Tang,

tanzte nach Klängen des Sturmwindgesang’.

 

Dämonischer Kampf auf hungrigem Meer.

Was es sich nimmt, ist ohn’ Wiederkehr.

Himmel und Hölle lagen im Streit.

Wer würde siegen im Kampf um die Zeit?

 

„Herrscher der Hölle, versuche mich nicht!

Verdammt du doch bist vom himmlisch’ Gericht.

Ich gebe nicht auf, solang ich’s vermag.“

Drauf - ohrenbetäubender Donnerschlag.

 

Der Fischer, entsetzt, erstarrt war sein Blut,

im gleichen Moment ergriff ihn die Flut.

Er rang um sein Leben - es fehlte nicht viel,

sah nah schon das Ufer, das rettende Ziel.

 

Ganz plötzlich verstummte des Unwetters Zorn.

Da sah er sie stehen, im Sande, weit vorn.

Sie trug noch ihr Nachtkleid und auf ihrem Haar

ein’ Kranz bunter Blumen – wie schön sie doch war.

 

Vom Himmel her strahlte geheimnisvoll’ Licht,

engelsgleich schien ihr lieblich’ Gesicht.

Sie tanzte und lachte, winkte ihm zu.

Er trat aus dem Wasser, war bei ihr im Nu.

 

Am anderen Morgen, weit draußen am Strand,

fand man den Fischer - tot - im Sand.

 

 

 

Der letzte Kuss 

Das Schiff lief in das Meer hinaus.

Man winkte vom Gestade.

Die Lichter gingen langsam aus,

verlöschten bald im Jade.

 

Der Steuermann stand noch am Kai.

Dort stand er ziemlich lange.

Sein Urlaub war erneut vorbei.

Leis‘ ahnend war ihm bange.

 

Verstohlen wischt‘ er Tränen fort.

Bald würde er ihr schreiben.

Verantwortung trug er an Bord

und konnt‘ nicht bei ihr bleiben.

 

Zum Abschied hat er sie geküsst,

hat sie noch angesehen.

Ach, wenn er doch nicht fahren müsst‘,

ließ sie den Blick verstehen.

 

Die Wellen krochen an den Strand,

umspielten ihre Füße.

Vom Heck aus sah er noch den Rand,

dann ging er zur Kombüse.

 

Sie blieb zurück, war ganz allein

im Kummer mit viel Schmerzen.

Im nächsten Jahr wird’s nicht so sein,

dacht‘ sie in ihrem Herzen.

 

Die Krankheit trieb sie bald zum Wahn,

war nicht mehr aufzuhalten.

Zwei Möwen zogen ihre Bahn

hoch überm Meer, dem kalten.

 

Ihr Haar umschloss ein rotes Band,

der Wind wollt mit ihm spielen.

Auf fahlen Wangen Trauer stand,

mehr konnte sie nicht fühlen.

 

Umklammert hielt sie ihren Leib,

- er sollte es nicht wissen -

Für sie war’s nicht nur Zeitvertreib,

die Nächte auf den Kissen.

 

In jedem Jahr zur gleichen Zeit,

lag er in ihrem Bette.

Wär nun zu bleiben er bereit,

wenn er gewusst es hätte?

 

Gezögert hat er ein‘ Moment.

Schon wollte sie’s ihm sagen.

Was, wenn er das Geheimnis kennt?

Er stellte keine Fragen.

 

Ganz plötzlich fasst‘ sie den Entschluss,

wollt nicht mehr länger leiden.

Auf ihren Lippen noch sein Kuss.

Nun galt es sich entscheiden.

 

Es zog der Wellen dunkler Bann,

ihr Herz fing an zu weinen.

Doch schritt sie weiter und voran

auf Grund aus Sand und Steinen.

 

Dann stürzte sie sich in das Tief,

ihr off‘nes Haar als Schleier.

Versinkend sie nach ihm noch rief,

dem Mann im Schiff, am Steuer.

 

Vom Ufer aus wurd‘  sie geseh’n

mit Jammern nach Erbarmen.

Sie hörte nichts, blieb nicht mehr steh’n,

lag starr in Meeresarmen.

 

Das Schiff fuhr weit ins Meer hinaus,

am Horizont die Sterne.

Die Lichter waren lang schon aus,

da draußen in der Ferne.

 

 

 

 

 

 

 

Allein

 

Seit Stunden sitzt sie da und starrt ins Weite.

Im Fenster sich ihr Antlitz gläsern zeigt.

Die Einsamkeit steht stumm an ihrer Seite

und zögernd sich der Tag dem Ende neigt.

 

Gedanken kreisen wirr durch ihre Sinne,

als suchten sie vergebens einen Hort.

Das Dunkel lauernd kriecht, wie eine Spinne,

die Beute sich erhofft an diesem Ort.

 

Es gibt nichts mehr, was sie noch könnt erwarten.

Das Leben gab kein Zeichen einer Wahl.

Er starb in ihren Armen, dort im Garten

und hilflos stand sie da in ihrer Qual.

 

Voll Kummer denkt sie nun an gute Tage,

Erinnerungen ziehen ihre Bahn.

Zu Weinen ist noch nicht sie in der Lage,

doch spürt sie die Verzweiflung schleichend nah’n.

 

Ein Schrei entweicht aus ihrem trock’nen Munde.

Wie grausam kann das Schicksal denn nur sein?

Der Schmerz bedrängt sie weiter Stund um Stunde.

Im Rhythmus klopft ihr Herz: „Allein, allein“.

 

Ruft da nicht seine Stimme ihren Namen?

Erschrocken blickt hinaus sie in die Nacht.

Sie sieht ihn unten stehen durch den Rahmen.

Er winkt ihr zu. Sie hört ihn, wie er lacht.

 

Nun steht sie zitternd auf und öffnet’s Fenster

und klettert auf den Stuhl, der aus Metall.

Die Dunkelheit umgibt sie wie Gespenster.

Sie schließt die Augen fest beim tiefen Fall.

 

Dumpf prallt ihr Körper auf die grauen Steine,

wo regungslos er bleibt auf dem Asphalt.

Man fand sie früh am Morgen dort alleine,

umgeben nur von Blut, erbleicht und kalt.

 

Noch spürte man in ihr ein schwaches Pochen

und trug sie fort  - Würd sie zu retten sein?

Obgleich ihr Herz am Leben war zerbrochen,

schlug weiter es im Takt: „Allein, allein“.

  

 

Adel verpflichtet

 

Das Schloss liegt im Schlummer, in dunkelster Nacht,

doch wird in der Küche ein Feuer entfacht.

Den Kessel mit Wasser zum Sieden man setzt

und schleunigst den Stallknecht zur Hebamme hetzt.

 

Vom Fenster der Gräfin, oh siehst du es nicht,

dass, schwach nur, ein Lichtstrahl das Dunkel durchbricht?

Die schweren Gardinen aus blauem Brokat

decken sich schweigend über Verrat.

 

Die Gräfin liegt stöhnend auf seidenem Tuch.

Ihr Mann ist verreist, auf ihn wartet Fluch.

Sie windet und krümmt sich im Wehenschmerz,

erwartet nun bangend das Kind unter’m Herz.

 

Doch ist das Geschehen voll Freude und Leid,

betrogen der Graf, er weiß nicht Bescheid.

Untreu die Dame von adlig’ Geschlecht,

sie gab sich einst hin dem feurigen Knecht.

 

Schon fährt die Kutsch’ mit der Amme durchs Tor,

nebst Stallknecht und edlen Pferden davor.

Indess’, unter Wehen, die Gräfin sich bäumt,

hat man in Eile den Tisch frei geräumt.

 

„Windeln und Decken, legt schnell sie bereit,

das Kind wird bald kommen, es bleibt nicht viel Zeit.“

Hebamme, Knecht und die treusorgend’ Magd

blicken sich an, keiner was sagt.

 

Plötzlich ertönt in dem Zimmer ein Schrei,

dann leises Gewimmer -  nun ist es vorbei!

Man schaut auf den Knaben von dunklem Gesicht.

Rache des Schicksals, verfluche ihn nicht!

 

Die Gräfin liegt schluchzend, das Kind in dem Arm.

„Allmächtiger Himmel, erbarm’ dich, erbarm’!“

Die Menschen erstarren, der Schreck sie nun lähmt.

Das Herz einer Mutter sich ängstigend grämt.

 

Sie sinkt vor Erschöpfung in ruhlosen Schlaf.

Was wird wohl sagen der nichts ahnende Graf?

Von baldiger Rückkehr man sorgenvoll spricht.

Wie soll man’s erklären? Man weiß es noch nicht.

 

Es wird leis’ geflüstert, gesucht einen Rat.

Die Amme ist’s, die eine Lösung bald hat…

 

Später sieht reiten den Knecht man vom Schloss,

er hält es ganz fest, das Bündel im Schoß.

Mit fliegendem Mantel jagt er durch die Nacht,

als wär’ hinter ihm der Teufel erwacht.

 

Am anderen Morgen, die Sonne scheint hell,

verlangt nach dem Knaben die Mutter sehr schnell.

Da dringt zu ihr Jammern und Klagen der Magd.

Sie weiß nicht weshalb, den Grund sie erfragt.

 

Sie blickt in die Wiege, ihr Herz bricht entzwei.

Von Kummer und Schmerz erstickt wird ihr Schrei.

Die Beine tragen den Körper nicht mehr.

„Oh, seht nur, die Wiege - die Wiege ist leer!

 

Die Mutter voll Trauer, Verzweiflung und Not.

Man ließ sie im Glauben ihr Kind wäre tot.

 

Weitab vom Schloss wuchs der Knabe heran.

Die Gräfin, getrieben von düsterem Bann,

schlich durch das Schloss in mondleerer Nacht

und hat sich im Wahnsinn umgebracht.

 

 

 

 

 



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