Lyrische Momente mit Anette Esposito
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Familienfriedenslösung:  Internetcafé

Zum Weihnachtsfest in Tradition
herrscht in Familien Friedenston.
Nach alter Sitte praktiziert,
er Kommunikation gebiert.
Gespräche unterm Weihnachtsbaum
mit Gabentisch im gleichen Raum
sind viel begehrt auch intensiv,
mal laut, mal leiser, oder tief.

In diesem Jahr, in unsrem Haus,
sah’s auch am Anfang danach aus.
Im Lauf der Zeit jedoch geschah,
was unabänderlich wohl war,
weil Technik, Fortschritt der Nation,
beherrscht wird in Computerfron,
wobei man sich in einem Chat
dann unterhält per Internet.

Als ein Geschenk, mein Mann erhielt
ein Notebook, das ihm Zeit nun stielt.
Genauso eins auch mein sich nennt
und mich schon etwas länger kennt.
Im obren Flur, auch fast ein Schatz,
ein alter Rechner auf dem Platz,
der lange schon, das ist kein Witz,
bei uns benutzt wird im Besitz.

So kamen unsrer Söhne zwei,
‘ne Tochter noch von fern herbei,
mit Laptops, Kinder und auch Mann
bei uns zum Weihnachtsessen an,
wo später, familiär bewusst
man dann sich stritt aus Leibesbrust,
sodass sich jeder bald verzog,
den Frieden damit gerade bog.

Sechs Möglichkeiten, so gescheh’n,
im Netz allein sich umzuseh’n,
wobei, da jedem gut bekannt
man sich im Chatroom wiederfand
und dort, man zweifelt am Verstand,
sich unterhielt als blutsverwand,
gespielt, geblödelt hat, gelacht,
nach jener Unterhaltungsschlacht.

 

Zu später Stunde, ungeblockt,

sich haben noch dazu geloggt,

zur komplettierten Konfusion

zwei Exemplare Schwiegersohn,

die auch, gedrängt vom Sprachbegehr

zu konversier’n im Netzverkehr

im Vorfeld des Zu -Bette -Gehn,

beteiligten sich am Geschehn.

 

 Das Beste jedoch war daran,

man sah sich gegenseitig an,

denn jeder hatte installiert

`ne Webcam und auch ausprobiert.

So winkte man sich freundlich zu

begeistert von dem Technikclou,

dem dann grimassenreich bestückt,

Familienharmonie geglückt.

 

Wie gut, dass es doch sowas gibt,
das überall auch hoch beliebt,
von jedem gerne praktiziert,
der Internetcafè versiert,
in seinem Zimmer, zwar allein,
kann doch bei der Familie sein.
Und wird’s mal brenzlich, nicht mehr nett,
geht offline man im Internet.

 

 

 

 

 

Das Ungeheuer

 

In unserm Keller, in der Ecke,

steht ein weißes Ungeheuer.

Nicht, dass ich davor erschrecke,

doch ist es mir nicht ganz geheuer

mit seinem großen Maul, das offen,

um ständig Nahrung zu erhoffen.

 

Nun gut, das Ding soll ja nicht hungern

und unnütz in der Ecke lungern.

So stopf ich ihm, bin ja nicht faul,

öfters mal sein großes Maul.

 

Ein paar Pullover, Blusen, Hosen,

Handtücher, befleckt mit Soßen,

T-Shirts, Slips und auch BH,

schmecken ihm ganz wunderbar.

 

Trockentücher, noch und nöcher,

Strümpfe, mit und ohne Löcher.

Davon allerdings stets zwei,

weil links und rechts, ganz nebenbei,

als Paar sie unzertrennlich sind,

von Vater, Mutter und auch Kind.

 

Wenn dann die Höhle proppevoll,

wird ihm sein Schlund gut zugeschlossen,

damit es nun „verdauen“ soll

was über Hemd und Hos’ gegossen.

 

Etwas Pulver aus der Tonne,

hat Wirkung wie die Frühlingssonne.

Ein Schluck  Likör zum `Runterspülen,

Wäsche soll sich weich anfühlen.

 

Zum Schluss noch ganz viel Wasser bei,

Knopf gedrückt - und eins zwei drei,

fängt dieses Monster mit Getöse,

damit der Schmutz sich dabei löse,

zu rattern und zu spucken,

zu wackeln und zu zucken,

zu vibrier’n und pfeifen an,

so schnell es eben „kauen“ kann.

 

Nach ein paar Stunden, wenn vorbei,

und die Wäsche fast wie neu,

öffne ich den großen Mund,

der sich gedreht hat immer rund,

und entreiße ihm voll Freude,

seine gut gekaute Beute.

 

Doch wenn sein Magen wieder leer,

wund’re ich mich immer sehr

und ärgerlich die Nase rümpfe.

Es fehlen ja schon wieder…Strümpfe .

 

 

 

Der Computer

 

Nun steht es da, dieses Ungeheuer.

Ich mein’ den Computer, der war vielleicht teuer.

Ein neuer Staubfänger, den ich voll Verdruss,

täglich, mit einem Pinsel nun reinigen muss.

Meine Bedenken, dass wir dafür zu alt,

ließen meinen Gatten jedoch eiskalt.

So gab ich ihm, und das ärgert mich sehr,

in  ner schwachen Minute mein „Ja Wort“ her.

Ich konnt’ ihn nicht abbringen von der Idee,

ab heut’ wird das Wohnzimmer geschmückt vom PC.

So fragte ich ihn: “Wozu ist der denn gut?

Das Ding geht doch sicher schnell wieder kaputt!

Was kann man damit denn alles machen?“

Darauf erzählt’ er mir komische Sachen.

Von Rom und Ram, von Bytes und Bit,

tut mir sehr leid, da komm ich nicht mit.

Er erklärte mir die Funktionen der Mouse.

So etwas wollt’ ich schon gar nicht im Haus.

Ich lief in den Keller und holte schnelle

eine Mausefalle, für alle Fälle.

Das ist wohl alles, hab ich gehofft,

doch dann fing er an mit Microsoft,

von Dateien, die alle sind sehr gut verpackt,

damit sie nicht frieren, sie scheinen wohl nackt.

Ich stöhnte leise, mir rauchte der Kopf,

wollte doch lieber zurück an den Topf.

Er redete was über’s Internet.

Ich war schon müde, wollt’ lieber ins Bett

 

Von Word, womit man könne was schreiben,

und mit Spielen, die drin sind, die Zeit sich vertreiben

Auch von Emails, die man in alle Welt

blitzschnell verschicken kann, für wenig Geld.

Sogar damit rechnen könne man gut.

Langsam jedoch ging hoch mir der Hut.

„Jetzt fährt er hoch“, sagte er nur.

Das war zuviel für meine Natur.

Ich schaute zur Decke mit angstvollem Blick

und fragte ihn dann: „ Kommt er auch zurück?

Der Outlook Express fährt doch sicher sehr schnelle,

er kommt doch bestimmt wie ein Blitz von der Stelle.“

Er verwies auf Programme, ich sah sein Gesicht,

im Fernsehen geseh’n, hatt’ ich die bisher nicht.

Es reichte mir jetzt und wurde nun bös’,

ihn machte das leider gar nicht nervös.

Unzählige Stunden saß er nun davor,

verlor sein Interesse für Fußball und Tor.

Bis spät in die Nacht hat er ausprobiert

und den PC mit seinen Programmen studiert.

Dann stand er auf, sah mich merkwürdig an.

Ich konnt’ mir schon denken, was da jetzt kam.

Er zog mich ins Schlafzimmer - und zu meinem Entsetzen

wollt er sich tatsächlich mit mir jetzt auch noch „vernetzen“.

 

 

 

 

Dino und Doris - eine seltsame Liebe

 

Vor Jahren war’s, als wir, benommen,

sind auch auf den Hund gekommen.

Eine Mischung aus „wer weiß“,

50 D-Mark war sein Preis.

Das Kuscheltierchen, lieb und nett,

schläft zuweilen gern im Bett.

 

Manchmal hingegen ist der Hund,

nach meiner Meinung, nicht gesund.

Vor Fremden spielt er oft den Feigen,

doch wollt’ er schon auf Rüden steigen,

sodass mein Sohn bemerkte cool:

„Unser Hund ist sicher schwul“.

 

Seit letztem Frühjahr haben nun

auf unsrer Wiese wir ein Huhn.

Auch das war mir nicht ganz geheuer:

Es legte lange keine Eier.

Ich beschloss in meinem Kopf,

demnächst werf’ ich es in den Topf.

 

Was ich hier heute euch berichte

ist eine seltsame Geschichte.

Huhn und Hund, ganz auf die Schnelle,

schlossen Freundschaft auf der Stelle.

Man sieht im Grün sie kuschelnd steh’n

und manchmal auch spazieren gehn.

 

Doch vor kurzem, gar nicht lange,

wurde mir doch etwas bange.

Ich sah das Huhn nach vorn sich neigen,

denn der Hund wollt’ es besteigen.

Dem Huhn war das nicht einerlei,

es legte schnell vor Schreck ein Ei.

 

Nun überleg ich voller Graus:

was käm’ bei dieser Liebe raus?

Vielleicht ein Huhn, das lauthals bellt

und jeden Einbrecher dann stellt?

Oder ein Hund, der Würmer frisst,

und beim „Gassi“ Eier pisst?

 

 

 

Die Weihnachtspute

 

Am Weihnachtstag, so ist’s geplant,

ein groß’ Menü mit „Pi Pa Po“,

so dass man am Geruch schon ahnt:

heut wird der Gaumen sicher froh.

 

Drum kauft’ ich dieser Tage ein,

im Geschäft, gleich um die Ecke,

die Pute, die gefüllt wird sein,

hoff’, dass sie vorzüglich schmecke.

 

Nun krame ich in allen Laden

nach einem „Extragutrezept“.

Das Tier soll schließlich gut geraten,

wie man’s bisher noch nicht erlebt.

 

Auf dem Tisch hier liegen jetzt

Rezepte für ein gutes Mahl.

Doch für die Pute, bin entsetzt,

wird mir die Wahl zur Qual.

 

Mit Ananas und Mango, süß,

beim Hähnchenbraten kulinarisch,

garniert mit Sojasprossgemüs’,

wird mein Magen ziemlich narrisch

 

Oder französisch, Coque eau Vin,

mit Süßkartoffeln aus Peru.

Da ist sogar ein Rotwein drin,

sonnengereift, aus Honolulu.

 

Dann chinesisch, nicht im Wok,

mit Bambussprossen zart.

Die Sojasoße wird ad hoc

bei mir im Kühlschrank aufbewahrt.

 

In Italien wird der Vogel

im Tomatenrot gegart.

Dazu die Nudeln, so ein Mogel,

die mit Kartoffeln sind gepaart.

 

Doch nirgendwo lässt es sich finden,

ein gutes altdeutsches Gericht,

wo man die Pute dann von hinten

gefüllt mit einer Nadel sticht.

 

Ich schüttel’ jetzt nur noch den Kopf,

so wird das nichts, das ist mir klar.

Was soll ich nun noch mit dem Topf,

der ein Geschenk von Oma war?

 

Ich glaub, ich ändere den Plan

und koch davon nur eine Suppe.

Und der Familie sag ich dann,

die Weihnachtspute wär’ mir schnuppe.

 

 

Die Weihnachtspute   Teil 2

 

In meinem gestrigen Gedicht,

das von der Weihnachtspute spricht,

war wohl ein leiser Hilfeschrei

um ein Rezept, vielleicht auch zwei,

für eine schön gefüllte Pute,

als Gaumenschmaus gedacht, die Gute.

Doch, dass es so verschied’ne gibt

und dass der Vogel so beliebt,

hätt’ ich nun wirklich nicht gedacht,

die Auswahl mir zu schaffen macht.

 

Mal ist sie nackt und nur gegrillt,

ein anderes Mal mit Reis gefüllt,

mit und ohne Innereien,

- die Pute möge mir verzeihen -

mit Gemüse und auch ohne,

Möhren Zwiebeln, Mandelbohne,

Sahne, Wein und auch mit Zimt,

das wird lecker, ganz bestimmt.

 

Ich denk’, ich nehm’ von jedem was,

ausprobieren macht mir Spaß,

und dabei, so wird es sein,

öffne ich `ne Flasche Wein.

Trinke davon ein paar Schlückchen,

koste ab und zu ein Stückchen

von dem Weihnachtsputenschmaus,

der lecker riecht bei mir im Haus.

Und hoff’ dass dann bis zu dem Fest

noch übrig bleibt genügend Rest.

 

  

 

 

Männliche Tugend

 

Mein Mann ist auf die Treue

sehr tugendhaft verpicht.

Darüber ich mich freue,

doch traue ich ihm nicht.

 

Für ihn wär ‘n andre Frauen

tabu und nicht im Spiel.

Er würd’ nach keiner schauen,

gäb’s davon noch so viel.

 

So sind stets die Legenden,

die er von sich erzählt,

drum hatt’ ich, aus Beständen,

ihn damals ausgewählt.

 

Er liebt es fern zu schauen

bei einem Gläschen Wein.

Ob mit und ohne Frauen,

er schläft davor meist ein.

 

Doch sieht er im Geflimmer

Roberta stehn und gehn,

so wird er schläf’rig nimmer,

dann ist’s um ihn gescheh’n.

 

Wenn sie mit langen Beinen

die Sendung moderiert

und sexy ihr Erscheinen,

stiert er ganz ungeniert.

 

Dann wird er plötzlich munter,

der vorher schon halbtot,

schaut an ihr rauf und runter.

Die Brille, rosarot.

 

Mit feurig’ heißen Blicken

sieht er beim Tanz ihr zu,

vergisst es einzunicken,

dann ist der Schlaf tabu.

 

Wie war das mit der Tugend,

als grundsatztreue Pflicht,

auf die er, seit der Jugend,

ist prinzipiell verpicht?

 

Ich will mich nicht beschweren.

Er hielt die Treu’ mir noch.

Den Bildschirm zu verehren,

gönne ich ihm doch.

 

 

 

 

Bitte nicht nachahmen

 

Mit Kopfweh wurd’ ich heute wach.

Ich stöhnte laut und dachte nach:

Wie soll den Tag man überstehn

und frohen Mut’s zur Arbeit gehn,

wenn früh am Morgen, schmerzgequält,

die Schläge im Gehirn man zählt?

 

Zuerst beschloss ich, kurzerhand,

mich umzudrehn zur andren Wand.

Sogar der Himmel, grau in grau,

riet: „Bleib doch liegen, arme Frau.“

Ich sagte mir, vor Schmerz benommen:

„Es kann bestimmt nicht schlimmer kommen.“

 

Mit schlechter Laune gut bestückt

war mir das Aufsteh’n doch geglückt.

Nun dachte ich, es gäbe Sinn,

näh’m ich sofort ein Aspirin.

Auch zwei Tabletten schaden nicht,

der Beipackzettel davon spricht.

 

Die Packung, wusste es sofort,

liegt immer an demselben Ort,

auf dem Regal, links an der Wand,

wo ich sie kurz darauf auch fand.

Doch was ich sah, gefiel mir nicht.

Mir stieg der Zorn schier ins Gesicht.

Ich ärgerte mich wirklich sehr,

denn diese Schachtel war schon leer.

 

Ich kochte innerlich vor Wut.

Das fand mein Magen nicht so gut.

Er fing gleich an zu rebellieren,

wollt’ mich mit Säure attackieren.

Drum griff ich nach Omeprazol,

im hint’ren Schrank, erwartungsvoll.

 

Den Deckel schraubt’ ich von der Dose,

die Pillen liegen darin lose,

griff schnell hinein in das Gefäß…

und fiel vor Schreck auf mein Gesäß.

Nicht eine Spur der Medizin

war noch in diesem Töpfchen drin.

 

Nun fing mein Herz zu rasen an.

Ein Blitzgedanke – Baldrian!

Die Sucherei danach ging los.

Wo war die kleine Flasche bloß?

Ich suchte sie fast überall.

Da brachte mich der Stuhl zu Fall.

 

Lag in der Küche, auf der Nase,

in Scherben von der schönen Vase,

an der ich mich beim runterfallen

versucht hatte noch festzukrallen.

 

Was für ein unglücksvoller Tag!

 

In dem Moment traf mich der Schlag.

Mir wurde plötzlich kalt und warm.

Ein scharfer Schmerz im linken Arm.

Er war gebrochen. Ach du Schreck!

Jedoch mein Kopfweh war nun weg.

 

 

 

Kochprobleme

 

Steh wieder mal vor dem Problem,

das mir als Frau nicht angenehm.

Was bring ich heut nur auf den Tisch,

das richtig lecker und auch frisch?

Mein Sohnemann mag Milchreis sehr,

fällt auch zu kochen gar nicht schwer,

bestreut mit Zucker, viel, und Zimt.

Davon er sicher mehrmals nimmt.

 

Nur meinem Mann ist das nicht Recht.

Er mag das nicht, er findest’s schlecht.

Er liebt Produkte aus Italien,

fahnenfarbige Fressalien.

Weiß mit einer roten Sauce,

Basilikum noch auf die Chause.

Das ist für ihn ein Gaumenschmaus.

Er leckt sogar den Teller aus.

 

Doch unsrer Tochter ist’s zuwider.

Sie senkt verstimmt die Augenlider.

„Schon wieder Nudeln als Gericht“,

verzieht sie mürrisch ihr Gesicht.

„Koch doch mal Rotkohl mit `nem Braten“,

versucht sie mir nur gut zu raten.

Dazu muss ich Kartoffeln schälen

und mich mit stumpfen Messern quälen.

 

Ihr Wunsch jedoch weckt in mir Mut,

mir schmeckt so was auch richtig gut.

Gesagt, getan! Am nächsten Tag,

ich mich an dieses Essen wag.

Der Braten  in dem Topf riecht lecker….

Schon hör ich meines Mann’s Gemecker:

„Du weißt, dass ich kein’ Rotkohl mag!“

 

Ich explodier mit einem Schlag.

„Wisst ihr was, ihr Undankbaren?

Ihr könnt jetzt nach Mac Donalds fahren.“

Kauft euch dort, was ihr mögt essen,

Hausmannskost könnt ihr vergessen!

Ich werd sobald nicht wieder kochen.

Ich streike nun, und zwar für Wochen.

 

 

 

Brief an die Cousine

 

Heut will ich dir, nach langen Zeiten,

auch noch mal eine Freud bereiten.

Ich schreib jetzt nur noch auf PC,

denn mir tun oft die Finger weh.

Die sind nicht mehr so ganz geschickt,

sind Rheuma – auch schon Gichtbestückt

und Kugelschreiber sind zu teuer,

ich nehm’ sie nur noch für die Steuer.

 

Nun ist es zwanzig Jahre her,

dass wir im regen Briefverkehr,

doch immerhin noch Muse kannten

und als verwandt uns nahe standen.

Mensch, was haben wir gelacht.

Da hat noch vieles Spaß gemacht.

 

Heut stehen wir, sind 50 Lenze,

fast schon an unsrer Lebensgrenze.

Was haben wir bisher erreicht?

Ach, dieses Leben ist nicht leicht.

 

Wir konnten damals fröhlich lachen

und wollten auch Karrieren machen.

Berühmt sein, wie einst die Marleen,

uns auch die ganze Welt ansehn

mit Glanz und Glimmer, obendrein,

nie enden wie ein armes Schwein.

Was ist von all dem nur geblieben,

von dem, erwartungsvoll, wir schrieben?

 

Schau nur zurück, auf jene Tage.

Geschickt war’n wir, in jeder Lage,

wenn auch im Hausfrau –, Muttersein

kämpften wir sehr oft allein.

Wir waren knackig, schön und jung,

so rundum fit, voll Lebensschwung

und zogen uns gern sexy an,

verführerisch für manchen Mann.

Die Pflichten waren gerne Pflicht.

Nun sind es Falten im Gesicht.

 

Wir sind zwar heute nicht nur weiser,

uns schmücken zarte Besenreiser,

anstelle von viel glatter Haut

wird Runzelmasse angebaut.

So wie die Haut ist auch der Po.

Sag doch, geht’s dir ebenso?

 

Da hilft kein cremen und kein liften,

kein Firlefanz mit bunten Stiften,

kein Hormocenta, kein Be- Be,

kein Wonderbra, wie ich es seh.

Die Zähne sind nicht mehr so scharf,

im Ehebett fehlt der Bedarf,

die Haare, auch schon licht und grau.

Ich fühl mich wie `ne alte Frau.

 

Heut trag ich Hosen, keine Höschen

und hüftkaschierend’ lange Schößchen,

nichts Enges über nackter Brust

und von der Liebe bleibt nur Frust.

 

Selbst neulich sagte mir mein Mann:

„An deinen Beinen ist viel dran.

Früher war’n sie gertenschlank.

Hoffentlich bist du nicht krank.

Und an dem Hang von deinem Busen

kann ich auch nicht oft mehr schmusen.

Dein Hinterteil, einst fest und prall,

hat einen leichten Senkrechtdrall.

Wenn du dich heute bückst vor mir….

Ach bitte, hol mir noch ein Bier.“

 

Ich kann das wirklich noch nicht fassen.

Muss ich mir solches bieten lassen?

Besteht ja auch sein’ Mannesstolz

des Öfteren aus morschem Holz.

 

Drum bot ich meinem Ehemann

vor kurzem mal Viagra an.

Zuerst hat er nur dumm geguckt,

dann hat er brav gleich zwei geschluckt.

Das hätt’ ich besser nicht getan,

denn nun fing mein Dilemma an.

Das „Holz“ bewies sich als Stück Stahl,

es bog sich erst beim sechsten Mal.

Danach war ich vier Wochen platt

und hatte Ehepflichten satt.

 

Den Packungsrest hab ich bei Nacht

schwankend unsrem Hund gebracht.

Der hoppelt nun in freud’ger Lust

auf einer Teddybärenbrust.

Er wirkt seitdem nicht mehr gesund

und unten rum ist er ganz wund.

 

Da siehst du mal, wie’s mir so geht -

und für Karriere ist’s zu spät.

So spielt das Leben, oft fatal.

Nun sei gegrüßt…bis nächstes Mal.

 

 

Urlaub auf  Ischia

 

Nun  fuhren wir, in diesem Jahr,

in Urlaub just nach Ischia.

Das Inselparadies im Meer,

bei Napoli, gefiel uns sehr.

Doch, eh’ die Überfahrt begann,

fing das Dilemma für uns an.

Denn an der Stelle, wo der Bus

zum Einsteigen nun halten muss,

standen wir in einer Menge

und an dem Ort gab’s viel Gedränge.

Die Sonne schien vom Himmel heiß

und meinem Gatten rann der Schweiß.

 

Er griff in seine Hosentaschen

und wollt’ ein Taschentuch erhaschen.

Doch alles was er darin fand,

war eines Taschendiebes Hand.

Den Schreck verwandelt’ er in Wut,

denn so was fand er gar nicht gut.

In ihm erwachte ein Vulkan,

sodass entfloh der böse Mann.

Die Überfahrt verlief, zum Glück,

ohne jeglich’ Missgeschick.

 

Auf Ischia bald angekommen,

waren wir schon leicht benommen

und nach langem Marsch zu Fuß,

erreichten wir noch einen Bus.

 

Die Fahrt ging hoch, in Ischias Berge.

Dort gab´s auch  Menschen,  klein wie Zwerge.

Ein Platz mit Namen San Michele

war unsre Aussteighaltestelle.

Mit Koffern und Gepäck behangen,

sind wir den Rest zu Fuß gegangen.

Doch merkten wir es bald darauf,

es ging noch einmal steil bergauf.

In dieser Wohnung, die man bot,

kamen wir sogleich in Not.

 

Dort ist noch Kanalisation

ein Wort der Zukunftsvision.

Beim Duschen konnten wir nicht wählen,

wird mussten uns in Eimer stellen.

Die aufgefangene Ration

trugen schließlich wir davon,

aus der Hintertür hinaus,

zum Gulli, außerhalb des Haus’.

Ansonsten gaben bei der Schwüle

die Räume angenehme Kühle-

 

Der erste Marsch hinab zum Meer,

fiel uns dafür ziemlich schwer.

Bepackt mit Sonnenschirm und Sitzen,

gerieten wir recht bald ins Schwitzen.

Nach einer halben Stunde dann,

kamen wir erschöpft dort an.

 

Ach, wie herrlich war das Nass!

So machte uns der Urlaub Spaß.

Genossen Sonne, Meer und Strand,

aßen Brot, garniert mit Sand,

holten uns, bemerkt am Rand,

auf den Füßen Sonnenbrand.

Später, warten mit Verdruss,

in praller Sonne auf den Bus.

.

Da ich recht einfaltsreich ja bin,

die Zeit des Wartens zog sich hin,

schwang ich mich, schon etwas sauer,

auf eine dicke Straßenmauer

und öffnete, drin bin ich firm,

den mitgebrachten Sonnenschirm,

auf daß er sollte schützen mich

vor dem bekannten Sonnenstich.

 

Auch die vorüber fahrenden Leute

zeigten an dem Anblick Freude.

Die Idee fand man wohl gut,

erspart sie doch den Sonnenhut.

 

Später, schon in Dämmerstunden,

wollten wir sehr gern erkunden,

etwas vom Touristentreiben,

das ich nicht näher möcht’ beschreiben.

 

Schon flog das Unglück rasch herbei.

Noch heute höre ich den Schrei,

der meiner Schwägerin entfuhr,

als sie betrat die falsche Spur.

Sogleich man sie am Boden fand,

nun trägt sie Gips an ihrer Hand.

 

Nach dem Besuch im Krankenhaus

zog’ uns jedoch noch nicht nach Haus.

So gingen wir, zum promenieren,

am Hafen Ischias spazieren.

 

Mit einem Pizzastück im Mund

fühlt’ ich mich plötzlich nicht gesund.

Mein Kreislauf suchte einen Keller,

nur meine Beine waren schneller.

 

Der erste Tag auf Ischia

wohl anders als erholsam war.

Die restlich, noch verblieb’nen Tage

waren dann, ganz ohne Frage,

nach der Akklimatisierung

ohne sonderlich’ Verzierung.

 

Nennenswert ist jenes noch:

die Schmerzen in den Waden doch,

die durch Berg rauf und runtergehen

an diesen Stellen bald entstehen.

 

Und es gab hungrig kleine Mücken

mit massig raffinierten Tücken.

Sie stachen mich, man glaubt es kaum,

sogar durch dicksten Hosensaum.

 

Das war nicht so in meinem Sinn,

da ich darauf allergisch bin.

Ich musst’ zum Arzt, `s war blanker Hohn,

bekam `ne Ladung Cortison.

 

Im Nachhinein wird mir doch klar,

dass viel zu kurz der Urlaub war.

 Nachsatz

 

Vielleicht schreib schon ich nächstes Jahr:

„Fortsetzung auf Ischia“

 

 

 

Männer und Technik

 

Mein Mann, der ein Naturtalent

und manche Technik sehr gut kennt,

erweist sich meist als ein Genie

in vielen Dingen - fragt nicht wie.

 

So sitzt er oftmals am PC,

wovon  als Frau ich nichts versteh’.

Er hat Programme installiert

und mit viel Extras programmiert.

 

Doch eines Tages war’s gescheh’n,

er konnt’ es selber nicht versteh’n,

denn sein Computer schien verrückt,

sein Arbeitsvorgang war missglückt.

 

So rief er mich um Hilfe schnell.

Ich war perplex und grad zur Stell’,

derweil ich ihn auch manches Mal

benutze in diversem Fall.

 

„Wie geht das denn?“, so sprach sein Blick,

„was ist nur los mit diesem Stück?“

Ich fand den Fehler schon sehr bald

in Form von männlicher Gestalt.

 

„Warum hat das jetzt einen Sinn?

Wo führt mich dieser Vorgang hin?“

Ganz plötzlich war er fassungslos

und schob mich weg von seinem Schoß.

 

„ Ach lieber Schatz, nimm’s mir nicht krumm.

Du denkst vielleicht ich wäre dumm.

Ich hab zwar nicht PC studiert,

doch vieles einfach ausprobiert.“


 

Weihnachtshauptgweinn

 

Fang ich heute an zu denken:

Weihnachten ist nicht mehr weit,

Was soll dieses Jahr man schenken?,

wird das Ganze mir schon leid.

 

Unser Haus wird dann „vermietet“,

für Besuch bereitgestellt.

Doch Familiensinn verbietet

Forderungen an Entgelt.

 

„Fern“ und „Näher“ werden kommen

mit dem Auto oder Bahn.

Auch ein Flugzeug wird genommen

für den Weihnachtsfeierwahn.

 

Planung, lange Einkaufslisten,

stehen groß und oben an,

schleppen an Getränkekisten,

putzen, bis ich nicht mehr kann.

 

Kuchenbacken - Festtagsessen,

Ist die Gans auch schon bestellt?

Darf Geschenke nicht vergessen,

woher nehm ich nur das Geld?

 

Baum noch kaufen und ihn schmücken.

Dienen, dem Familienband.

Alle Leute zu beglücken,

liegt allein in meiner Hand.

 

Wenn ich all das überlege,

wird dabei mir richtig Bang‘.

Weit entfernt doch sind die Wege,

Stiller Nacht mit Glockenklang.

 

Sicher weiß ich es schon heute:

Sind die Tage dann herum,

abgereist die ganze Meute,

bin ich ohne Kraft und Mumm.

 

Muss jetzt fast mich überschlagen.

Mir die Arbeit liegt anheim.

Will mich niemand denn mal fragen,

wo ich würd‘ dann lieber sein?

 

Überschau ich diese Tage,

macht der Stress mich jetzt schon krank.

Er sitzt unten auf der Waage

und ganz oben liegt der Dank.

 

Geld und Zeit zu investieren,

hat nicht immer wirklich Sinn.

Dabei Kraft noch zu verlieren,

bringt mir letztlich kein‘ Gewinn.

 

Will das Fest ich boykottieren,

spiel ich allen einen Streich.

Werd mir Urlaub reservieren

und fahr weg, nach Österreich!

 

Heilig Abend in den Bergen,

saub‘rer Schnee und ohne Qualm.

Wie Schneewittchen bei den Zwergen,

in `ner Hütte auf `ner Alm.

 

Kerzenschein und Weihnachtslieder,

leises Knistern im Kamin,

und das alle Jahre wieder,

wär mein Weihnachtshauptgewinn.

 

 

 

Der Koffer

 

Mit meiner Tochter, Lotte – Frieda,

wollt ich nach Griechenland – Chalkida.

In Düsseldorf, am Terminal,

ging‘s vorwärts, doch nicht rasend schnell.

Als wir am Check in angekommen,

wurd‘ uns der Koffer weggenommen.

Auf einem Fließband zog er fort.

Er sollte schließlich mit an Bord.

 

Die Sicherheit schrieb man dort groß.

Man filzte, Jacken, Hemd und Hos

und unsre Sohlen unterm Schuh,

ließ ebenso man nicht in Ruh.

Als endlich wir im Flugzeug war’n,

kam auch der Koffer angefahr‘n.

Man sah ihn deutlich draußen steh‘n

vorm Abflug „ Düsseldorf- Athen“.

 

Dann ging es plötzlich rasend schnell,

Motoren heulten, wie Gebell.

Minuten später sich erhob,

der Riesenvogel mit viel Lob.

Fast waren es an Stunden drei,

da war der Flug auch schon vorbei

und unter uns war klar zu seh’n,

das Meer mit seiner Stadt Athen.

 

Viel Beifall gabs für den Pilot,

weil er ´ne Superlandung bot.

Bald drängten hin zum Ausgang wir,

der Boeing sieben acht null vier,

und kamen rasch, fast schon im Run,

am Kofferausgab‘- Fließband  an.

Es fuhren viele frank und frei

an uns in aller Ruh vorbei.

 

Auf einmal waren alle weg.

Doch unser Koffer - welch ein Schreck!

Er war dort nirgendwo  zu sehn.

Was war denn bloß damit geschehn?

Wir informierten Personal.

Mein Englisch war fast eine Qual,

denn schließlich kannten wir ja nicht

die Sprache Griechisch, die man spricht.

 

Nur „Ouzo, Jassas, Orchi, Ne“

und „Kalinichta“ ich versteh.

Der Frieda ging es ebenso,

sie schien mir gar nicht mehr so froh.

Doch meinte man am Schalter A

der Koffer wär bald wieder da.

Man würde gründlich recherchier’n

Im Flugzeug würd‘ sich nichts verlier’n.

 

Fänd man ihn rasch so käm er dann,

an der Station Chalkidas an.

Verdrossen fuhren wir dorthin.

Das war nicht unser Urlaubssinn.

Besorgt, verschwitzt auch ohne Mut,

ohn‘ Kleiderwechsel und mit Wut,

erwarteten wir den Bescheid,

dass unser Koffer nicht mehr weit.

 

Nach knappen vierundzwanzig Stund‘

erhielten wir die frohe Kund:

Der Koffer sei jetzt auch von Bord,

und ständ empfangsbereit vor Ort.

Ganz glücklich fragten wir alsbald

nach dessen Zwischenaufenthalt.

Der Koffer reiste, blieb nicht stehn,

Düsseldorf  - Irak - Athen.

 

 

 

Sinnvoll

 

Müsst mal wieder Fenster putzen,

mittlerweile sind sie matt.

Sicher ist von großem Nutzen,

wenn man sie gereinigt hat.

 

Manche Scheiben tragen Flecken,

die von innen man erkennt

und die Ränder, wie die Ecken,

auch man nicht mehr sauber nennt.

 

Überall entstanden Schlieren

beiderseits auf klarem Glas,

das auch wieder wird passieren

durch viel Staub und Regennass.

 

Soll ich mich nun deshalb plagen,

sie von alldem zu befrei’n?

Werden sie nach ein paar Tagen

doch genauso schmutzig sein.

 

Meine Mühe wär zunichte,

sinnvoll scheint nur Illusion,

denn die ganze Putzgeschichte

trägt am Ende keinen Lohn.

 

Also lass ich’s besser bleiben,

sehe weder Sinn noch Zweck,

werde lieber drüber schreiben.

Das bekommt auch keinen Fleck.

 

 

 

Das Nadelöhr

 

Das Nähhandwerk fällt mir nicht schwer.

So war mein heutiges Begehr,

mein schwarzes Kleid ein wenig kürzen,

und es mit Raffiness‘ zu würzen.

 

Die Länge an dem guten Stück

war längst nicht mehr modern und chic,

bedeckte wohl geformte Waden.

Sie her zu zeigen, könnt‘ nicht schaden.

 

So nahm ich Zentimetermaß,

die Schere, die ich stumpf besaß,

auch Nadeln aus verschied’nen Ecken,

um sie am Stoffe festzustecken.

 

Die Schneiderkreide gab ihr Teil,

zog einen weißen Strich in Eil

und kurz darauf war es geschehen,

das Schwarze war geteilt zu sehen.

 

Jetzt kam der schwierigere Part.

Den Saum zu säubern, eine Art,

im Zickzackstich auf der Maschine

ihn  umzunäh’n mit froher Mine.

 

Jedoch ergab sich ein Problem,

im Nachhinein nicht angenehm.

Das Loch, an der Maschinennadel

schien mir von exklusivem Adel.

 

Oval, nicht allzu groß und fein,

bot es sich dar, doch sehr gemein.

Mir wollte einfach nicht gelingen

das Öhr mit Seide zu durchdringen.

 

Es blieb nicht stehen auf der Stell‘,

bewegte sich mal langsam, schnell,

verweigerte sich dem Bemühen

den dünnen Faden einzuziehen.

 

Ich nahm das Schnürchen in den Mund,

mit Zähnen formt‘ ich flach was rund,

beschnitt es wieder an der Spitze

zum X-ten Mal in Wut und Hitze.

 

Als ich die Öffnung nicht mehr sah,

war ich dem explodieren nah.

Ich wollt‘ es schaffen, war mein Wille

und griff nach meiner Lesebrille.

 

Wohl dacht ich mir, so könnt es geh’n,

würd’s Nadelöhr nun besser sehn.

Auch der Gedanke wurd‘ zunichte

in dieser „Kleiderkürzgeschichte“.

 

Bald fand ich diese nicht mehr toll,

hatt‘ meine Nas‘ gestrichen voll,

warf Kleid und Nähgarn durch das Zimmer.

Doch was dann kam, fand ich noch schlimmer.

 

Im Rahmen unsrer Zimmerwand

stand meine Tochter, wie gebannt.

Sie nahm das Ende auf der Stelle

und fädelte es ein in Schnelle.

 

Mit breitem Grinsen im Gesicht,

man kann es glauben oder nicht,

sprach sie in festem Ton alsbald:

„Ich glaub Mama, jetzt wirst du alt!“

 

 

 

Der Heinzelmann

 

„Wie war‘s in Kölle doch vordem

mit Heinzelmännchen so bequem…“

Grad deshalb kam es mir in Sinn,

da ich nicht ganz so jung mehr bin,

und abonnierte eins davon

zu einem akzeptablen Lohn.

 

Es sollte mir behilflich sein,

das Glasdach von viel Dreck befrei’n.

Doch als es schellte heut am Tor,

da stand ein Riesenkerl davor.

Kein Heinzelmännchen kam hier an,

schon eher Oberheinzelmann.

 

Dumm stand ich vor dem Exemplar.

Ob dies `ne Mutation jetzt war?

Einsachtundneunzig, blondes Haar,

mit Utensilien, sonderbar,

samt einer Leiter auzziehbar,

und Firmenlabel „Glas und Klar“.

 

Ich glaubte nun, er käm vom Rhein

aus Köln, wo Heinzelmänner sei‘n

denn so stands einst in dem Bericht,

dem Heinzelmännchenwerkgedicht.

Jedoch sein Dialekt im Ohr,

kam etwas spanisch mir nun vor.

 

Mit Schwung nahm er den Lappen dann,

fing gleich darauf zu wischen an

und ich bemerkte, wie im Bann,

das dieser Fensterputzen kann

ganz streifenfrei im Sonnenlicht.

Er brauchte auch die Leiter nicht.

 

Es stellte sich jedoch heraus,

er war in Köln noch nie zu Haus.

Verbrachte seine Jugendzeit

im „Östen, Läpzsch“, gar nicht weit,

war auch nicht Heinzelmann mutiert,

nur nach der Wende desertiert.

 

So hab ich ihn jetzt engagiert

für zweimal jährlich abonniert,

zur Reinigung des Fensterglas‘

denn zuzuschauen macht mehr Spaß

als selber wischen in Gefahr.

Das macht für mich jetzt „Glas und Klar“

 

 

 

Unser „Fuhrpark“

 

Mal wieder schaut‘s vor unsrem Haus

genau wie in `nem Fuhrpark aus.

Am Straßenrand, in Reih und Glied,

die Autos man nicht übersieht,

sodass sich mancher Nachbar denkt,

wer wohl die vielen Wagen lenkt.

Auch sicher steht die Frag‘ parat:

Wie viel‘ Moneten man wohl hat,

um sich, so wie ein Krösusmann

die Karren heut noch leisten kann.

 

Ein blauer Mitsubishi Star

von meinem Mann, fast fünfzehn Jahr,

blockiert meist das Garagentor

und steht als einziger davor.

Kein andrer darf sich unterstehn,

sein Auto dort geparkt zu sehn.

 

Die Tochter einen Saxo fährt,

der auch schon lange scheint verjährt,

jedoch mit Subwoof involviert,

sie laut sich damit präsentiert.

In dunklem lila, ganz modern,

hört man sie kommen schon von fern.

 

Die andere, zur Sommerzeit,

ist “oben ohne” gern bereit

für manche Fahrten und sehr froh,

in einem roten Cabrio,

der zwar bei Kälte öfters streikt,

weil er dann gern zu Stottern neigt.

 

Ihr Mann ist Möchtegernprolet,

der neuerdings auf Alfa steht.

Jedoch das teure Fahrgestell

erwies sich als ein Fehlkauf schnell.

Er muckt und spuckt als Launebär

sich durch den dichten Stadtverkehr.

 

Dafür war mir das Glück wohl hold,

mit meinem Starlet, der nie grollt,

der längst aus jeder Autolist‘

als Wertobjekt verschwunden ist.

Die Servolenkung fällt zwar aus,

doch hat er viel PS im Haus.

Als kleiner Flitzer und bequem

ist er mir wirklich angenehm.

 

Mein Sohnemann fuhr auch bisher

`nen Honda Civic im Verkehr.

Seit kurzem den er nun beklagt.

Der hat im freien Flug versagt

und endete mit Tränen jäh,

auf einem Schrottplatz in der Näh.

Nun leiht er sich, oh Schreck und Graus,

das Fahrgestell von Papa aus.

 

Der kleinste Sohn in seinem Wahn

bracht eines Tags `nen Golf hier an.

Ihn auszuschlachten war sein Sinn.

Jetzt steht er da so vor sich hin,

gibt Anlass meinem Ehemann,

dass er sich wieder ärgern kann.

 

Zu allerletzt sieht man in weiß,

ob Wintertags, ob Sommer, heiß,

den Wagen, den zum Dienst ich brauch,

am Straßenrand, leicht abseits auch,

zwar wechselt öfter das Modell,

doch immer an derselben Stell.

 

Dies‘ einem Dauerzustand gleicht,

der zur Vollendung noch nicht reicht,

denn kommen noch zwei Töchter an

mit ihren Wagen, Kind und Mann,

erhöht sich gleichfalls das Problem:

Wo soll man parkend jetzt noch stehn?

 

Nun fehlt, hab ich mir vorgestellt,

ein großes Schild, das aufgestellt,

worauf man dick in Lettern schreibt,

und jeder gleich vor stehen bleibt:

„Gut, und günstig ebenso,

der Fuhrpark von Esposito“

 

 

 

 

Wechseljahre

 

Ganz früh am Morgen, im Kopf noch nicht klar,

nimmt man die Anzeichen gleich wieder wahr.

 

Man hat sich soeben erst trocken gerubbelt,

nachdem man beim Duschen sich gründlich geschrubbelt,

da wird’s einem plötzlich fürchterlich heiß

und aus jeder Pore tropft nun der Schweiß.

Drauf sind die Haare schon wieder klatschnass.

Nein, meine Lieben, das macht keinen Spaß.

 

Das Handtuch kann’s nicht schnell genug fassen,

die Haut zu befreien vom triefenden Nassen.

Zudem ist es so, genau wie ich’s sage,

die Schmerzen im Kreuz sind eine Plage.

 

Die Gelenke der Knie machen Probleme,

es fehlt grad noch, dass den Stock man sich nehme

um die Stufen der Treppen hinaufzugeh’n.

Ach, meine Lieben, das ist gar nicht schön.

 

Die Arbeit geht auch nicht mehr schnell von der Hand,

das hat man vor Jahren doch gar nicht gekannt.

Man ist ständig müde, wie abgeschlagen

und oft rebelliert jetzt auch noch der Magen.

 

Depressionen wechseln im Kommen und Gehen

und am Morgen fällt’s schwer aufzustehen.

 

Nicht selten stellt Schlaflosigkeit sich auch ein.

Es ist zum Verzweifeln, man könnte laut schrei’n.

Die Lustlosigkeit zieht durchs Ehebett.

Mein Mann findet’s schrecklich, ich nicht sehr nett.

 

Der Schrank ist gefüllt nun mit vielen Tabletten,

die vor den Kopfschmerzen manchmal doch retten.

Die Hitze schlägt zu in wallenden Wogen,

im gleichen Moment kommt Kälte geflogen.

 

An etlichen Stellen lässt Haut sich nun raffen,

die dort schon beginnt leicht zu erschlaffen.

Die teuersten Cremes helfen plötzlich nicht mehr.

Sich damit abfinden ist wirklich sehr schwer.

 

Beim Schönheitschirurgen sucht manch eine Rat,

weil dieser vom Lifting ja mehr Ahnung hat.

 

Nach etlichen Jahren, der Spuk scheint vorbei,

fühlt man sich endlich davon wieder frei.

Die Jahre des Wechselns sagen ade,

trotzdem tut’s immer noch überall weh.



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