Lyrische Momente mit Anette Esposito
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Reife

 

Ich trauer der Jugend nicht mehr hinterher

und schätze die Tugend. Sie fällt mir nicht schwer.

Hab weibliche Züge – ich bin halt `ne Frau

mit vielem genüge, trag gern es zur Schau.

 

Bin lebenserfahren, ich kenne es gut.

In reiferen Jahren Erlebensdrang ruht.

Zufrieden im Ganzen, man sieht es mir an.

Hab immer noch Chancen bei manch einem Mann.

 

Mir ist nicht mehr wichtig der jugendlich‘ Trend.

Das alles ist nichtig, wenn’s Leben man kennt.

Ich muss nicht mehr rennen, steh gern auch mal still,

kann Ziele benennen und weiß was ich will!

 

Hab Freude am Leben und Liebe noch satt

 und manches verborgen, was Jugend nicht hat:

Verständnis, viel Güte samt Waffen der Frau.

Auch Reife ist Blüte  - schau hin nur genau.

 

 

 

 

Zeit für mich

 

Der Tag, gefüllt mit Hektik und viel Pflichten,

mit Sorgen und des Lebens Last.

Glaubt mir, ich könnt’ genug berichten

von dem, was in den Tag `reinpasst.

 

Zeit für mich, sie kann sich gut verstecken,

vermutet nicht des Herzens Schrei in mir.

Doch ab und an will sie mich gerne necken

und klopft kokett an meine Lebenstür.

 

Sie lässt mich von dem süßen Duft nur naschen,

verliert ein’ Tropfen Stille, ohne Ton.

Obgleich ich sie am Zipfel will erhaschen,

fliegt sie -  lachend - schnell davon.

 

Ich schau ihr nach mit sehnsuchtsvollem Blick

und einem müden Seufzen noch.

Mir bleibt die Hoffnung, dass sie kommt zurück

und bei mir rastet, für ein Weilchen doch.

 

 

 

Bitterkeit

 

Ich war ein Kind, naiv und unerfahren,

und die Verwandtschaft mocht’ mich nicht.

So lernt’ ich früh mein Inneres bewahren,

im Schoß des Dunkeln, verbergen es vorm Licht.

 

Das Lächeln starb auf meinen Lippen,

sah ich der Tante „bösen Blick“.

Dennoch, bereit am Glas zu nippen,

zu kosten etwas Lebensglück.

 

Die Bitterkeit der Herzen derer,

brannte in mir, mit jedem Schluck.

Mit der Zeit, das Glas wurd’ leerer,

und meine Seele schrie: GENUG!

 

Heute spei’ ich aus dem Munde

der Verwandtschaft Hass und Neid.

Obwohl, ich merk’, sie tun im Grunde,

mir ab und zu ein wenig leid.

 

 

 

Krank

 

Hier sitz ich rum, der Kopf ist leer,

der Stift liegt stumm bereit.

Was soll ich schreiben, weiß nichts mehr,

das Blatt nach Tinte schreit.

 

Seit Tagen bin ich schlapp und müde,

es zittern meine Glieder.

Der Arzt ruft: „Ach du meine Güte,

da haben wir es wieder!“

 

Der Blutdruck spielt im Keller Schach,

die Knochen – schwer wie Blei.

Er schickt mich in mein Schlafgemach,

kassiert zehn Euro nebenbei.

 

„Sie müssen sich nun etwas schonen,

arbeiten sehr oft zu viel.

Was Sie tun wird niemand lohnen,

sie setzen ihr Leben auf’s Spiel.“

 

Ich denke mir: „Der hat gut reden.

Wer soll’s denn machen, außer mir?“

Ich schau’ ihn an und schweig’ betreten,

schon ist er wieder aus der Tür.

 

Hinterlässt ein Rezept, drauf „Vitamin B“

und ein andres mit „Dihydergot“.

Das soll nun wirken bis in den Zeh,

damit wär’ ich schon bald wieder flott.

 

Am Montag, soll ich, so hat er gesagt,

in seine Praxis, zum EKG.

Ob ich Herzschmerzen hätt’, hat er gefragt.

Sicher, mir tut doch fast alles weh.

 

Ein Blutbild will er dann auch noch erstellen,

für alle Fälle, hat er gemeint.

Ob er `nen Krankenwagen sollt’ für mich bestellen?

Das hab ich dann dankend verneint.

 

Ich greife mir lieber Stift und Papier,

als Balsam für Körper und Geist,

schreib ganz schnell das Gedicht eben hier -

so krank bin ich auch nicht, wie das nun beweist.

 

Ziemlich erschöpft, gebe ich zu,

werd’ wohl kürzer treten müssen.

Gönn’ mir ab jetzt etwas mehr Ruh’

und werd’ meinen Mann dafür öfters küssen.

 

 

Ein Stückchen Himmel

 

Ich wünsch mir ein Stückchen Himmel,

den es auf Erden kaum gibt,

und dass im Lebensgetümmel

einer den Anderen liebt.

 

Ein bisschen mehr Stille und Frieden,

weniger Hektik und Streit.

Wenn jemandem Glück ist beschieden,

nie auf ihn blicken mit Neid.

 

Ein wenig mehr Zeit für den Andern,

ein offenes Ohr und Herz,

gemeinsam ein Stückchen zu wandern,

zu lindern Kummer und Schmerz.

 

Zu teilen mit freudigen Händen,

wovon genug man doch hat,

des Hungrigen Schicksal zu wenden,

damit auch er wird mal satt.

 

Ein bisschen mehr Ehrlichkeiten,

kein Leben in Lug und Betrug

und sinnvoll nutzen die Zeiten,

von denen man nie hat genug.

 

Ein kleines Lächeln zu schenken,

Traurigkeit wandeln in Freud’,

Gewalt und Krankheit versenken

für immer, nicht nur für heut.

 

In Freiheit leben zu können,

ohne Angst, überall auf der Welt.

Es gäbe noch vieles zu nennen,

was zum Stückchen Himmel mir fehlt.

  

 

 

Ach, könnt’ ich…

 

Ach, könnt’ ich mich noch mal verlieben,

mir fehlt dieses Kribbeln im Bauch,

dann würde die Zeit sich verschieben

und düsteres Wolkenfeld auch.

 

Mein Herz würde wild wieder schlagen,

säh’ lächelnd ich ihn vor mir stehn.

Kein’ Hunger verspürte mein Magen,

wenn abends zum Tanzen wir geh’n.

 

Ich möchte im Glücksgefühl schweben,

den Schmetterling fühlen, ganz sacht,

erfüllende Träume erleben

bei brennendem Feuer der Nacht.

 

Ach, könnt’ ich es wieder verspüren,

das wünsche ich mir ja so sehr.

Ich ließ mich zum Küssen verführen,

vielleicht auch dann noch zu mehr.

 

Mir ist nur Erinn’rung geblieben.

Ich hoff’, sie verschwindet nicht bald.

Ach, könnt’ ich mich noch mal verlieben…

dazu ist niemand zu alt.

 

 

 

 

Der Freund vom Bräutigam

 

Ich traf beim Hochzeitsfeste

auf einen jungen Mann.

Er kam in beiger Weste

und sprach mich höflich an.

 

War mir sogleich sympathisch,

sehr hübsch und auch galant.

Ein Erosfan, fanatisch,

und obendrein charmant.

 

Gern wollt er mit mir tanzen

mal einen flotten Fox,

zu der Musik des Ganzen,

beschwingt aus einer Box.

 

Nur war er viel zu schüchtern,

er hat sich nicht getraut,

denn seine Braut, noch nüchtern,

hat streng ihn angeschaut.

 

Ich mochte ihn, ganz ehrlich,

den Freund vom Bräutigam.

Es wär’ auch nicht gefährlich,

rief er mal bei uns an

 

und würde kurz berichten,

er käme bald vorbei.

Dann würde ich nicht dichten,

ich nähm` mir für ihn frei.

 

 

Der Lack ist ab

 

Momentan bin ich nichts wert:

müd, erschöpft und kräftelos.

Alle Nerven  - stressernährt  -

liegen zum Zerreißen bloß.

 

Dicke, dunkle Augenringe

schminken nun mein Bleichgesicht

und das Schlimmste aller Dinge:

Urlaub ist in fernster Sicht.

 

Kreislauf spielt total verrückt,

Füße stehen in Beton,

wandle depressionsbedrückt,

schmerzgequält durch die Saison.

 

Denke schon, dass meine Lenze

zerren mich zum Rollstuhl hin.

Fühl mich an der Lebensgrenze,

lang schon Invalide bin.

 

Schweigen will ich auch vom Lieben,

blass ist die Erinnerung.

Zartgekeimten Frühlingstrieben

fehlt der Wachstumsförderdung.

 

Nichts mag es mehr interessieren,

dieses müde alte Wrack.

Lasse mich jetzt ausrangieren.

Ist nun wirklich ab der Lack?

 

 

 

 

Diäten

 

Es weichet kein Gramm mehr herunter

von meinem Gewicht.

Die Waage zeigt stets mir ganz munter

das gleiche Gesicht.

 

Was nützen die vielen Diäten,

mit denen man ficht,

die meist falsche Hoffnungen säten

durch Nahrungsverzicht?

 

Mit Pulver und allerlei Pillen,

auf die man verpicht,

lässt sich der Hunger nicht stillen

und schmecken auch nicht.

 

Sie graben im Portemonnaie Gruben,

tun brav ihre Pflicht,

damit ihre Herstellerstuben

erstrahlen im Licht.

 

Ich bin zur Erkenntnis gekommen

in diesem Bericht,

hätt’ ich, wie geplant, abgenommen,

gäb’s nun kein Gedicht.

 

 

 

Die Hexe

 

Heut hat mich ein Schmerz überfallen,

den Schuss spürt’ ich bis in den Zeh.

Versucht hab ich mich festzukrallen.

Sofort tat’s beim Atmen mir weh.

 

Versteift ist mein Körper samt Willen

und krumm zieht’s den Rücken, auch quer.

Ganz oben im Schrank sind die Pillen….

Wie krieg ich die Dinger bloß her?

 

Bin durch den Schuss nicht gestorben,

war auch dieser Treffer gezielt.

Nicht Amors Pfeil hat’s verdorben,

die Hexe hat Tell nur gespielt.

 

 

 

Heimat

 

Ach, wie lieb ich Berg und Wälder

von meinem schönen Heimatland.

Auch große Äcker, gelbe Felder,

auf denen ich als Kind gerannt,

die stolz in Tälern sich erstrecken

durch der Landschaft weites Bunt

und vergess’ne Träume wecken

aus unbeschwerter Kinderstund’,

 

die warme, schlichte Dorfidylle,

weil jeder noch vom Andern weiß,

wo abends friederfüllte Stille

segnet harten Arbeitsfleiß,

wenn nach mühevollem Hasten

sich das Tor des Tages schließt

und sorggefüllte Alltagslasten

in Feierabend überfließt.

 

Sehn ich mich auch hin und wieder

nach dem Duft von Meeresblau,

wo der Wind singt seine Lieder,

wenn ich in die Wogen schau,

harte Wellen schäumend brechen,

in der Brandung, am Gestein,

und golden schimmernd Sandesflächen

aalen sich im Sonnenschein.

 

Oder nach dem Großstadthimmel,

der im dichten Smog erstickt,

dort, wo im Verkehrsgetümmel,

Kind und Hund in Angst erschrickt,

wenn stinkend’ graue Auspuffgase

beißend in die Nasen ziehn

und in jeder Ampelphase

Autos durch die Straßen fliehn.

 

Dennoch möcht’ ich niemals leben

irgendwo auf dieser Welt.

Ein „Zu Hause“ kann’s nur geben,

das mein Herz gefangen hält.

Dorthin zieht es mich zurücke,

durch unsichtbar geknüpftes Band.

Zu jeder Zeit führt eine Brücke

zum Schoß von meinem Heimatland.

 

 

 

 

Lebenslast

 

Ich fühle mich verloren,

bin traurig und allein.

Das Herz, das ich geboren,

ist hart wie Felsgestein.

 

Von Hass bin ich umgeben,

die Last mich fast bezwingt,

der mir die Freud am Leben,

sogar die Hoffnung nimmt.

 

Die Lieb, die ich gern schenkte,

erfror im Sonnenlicht

und dickes Eis versengte

mein Lächeln im Gesicht.

 

Von Kräften nun verlassen,

der Mut in mir versiegt,

geh ich die dunklen Straßen

zum Ziel, das vor mir liegt.

 

Doch lauf ich nie im Leben

die Strecke ganz allein,

denn Jesus will mir geben

Kraft, Mut und Sonnenschein.

 

Mit seinem Joch gegürtet

verliert die Last Gewicht.

Was mir wird aufgebürdet,

trag ich nicht zum Gericht.

 

 

 

 

Bezwungen

 

Heut hat er mich bezwungen.

Vom Kampf bin ich ganz matt.

Hab lang mit ihm gerungen,

nun hab ich’s Kämpfen satt.

 

Erschöpft lieg ich danieder,

er hat mich in der Hand.

Ermüdet sind die Glieder,

der Kopf samt dem Verstand.

 

Ich fühle mich getötet,

hab Schmerzen, überall,

die Wangen heiß, gerötet,

so spür ich, ist der Fall.

 

Er hat Besitz genommen

von mir, zwingt mich ins Bett.

Mein Umfeld ist verschwommen.

Das finde ich nicht nett.

 

Kann nicht einmal mehr lachen,

weiß nicht mehr wer ich bin.

Was wird er mit mir machen,

was hat er noch im Sinn?

 

Er fegt durch meine Beine

und irritiert den Darm.

Das kann er nicht alleine.

Er ist ein Virusschwarm.

 

 

 

 

Sehnsuchtsblicke

 

Ich möchte die Schönheit der Welt neu entdecken

mit Augen der Kinder, die rein sie noch sehn,

die nur sich mit Unschuld die Herzen beflecken,

kein Kummer sie bannt, wenn durch Tage sie gehn.

 

Auf tragenden Schwingen würd’ gerne mich wagen

hinauf zu den Sternen, der funkelnden Pracht.

Von dort aus die Hoffnung als Lebenslicht tragen,

zurück in die Herzen, durchs Dunkel der Nacht.

 

Vergessen, wenn kurz auch, die Sorge um Lieben,

in der sich oft angstvoll das Dasein erstreckt,

die düsteren Wolken im Herzen verschieben

von bitterer Trauer, die Freude bedeckt.

 

Ich mag nicht mehr sehen die Kriege, das Hassen,

und das, was die Werke des Schöpfers zerstört.

Möcht‘ suchen nach Frieden zu Hause, in Straßen,

nach Freiheit, dem Glauben, der Kindern gehört.

 

Ich wünsche, dass offene Wunden verheilen,

die Menschheit sich wieder der Liebe besinnt,

dass jeder bereit ist mit Nächsten zu teilen

und wachsende Freude am Leben gewinnt.

 

 

 

Kinderzeit

 

Ich möcht‘ aus meiner Kinderzeit

ein wenig noch berichten,

von langen Zöpfen, kurzem Kleid,

mit Märchen und Geschichten.

Viel Fantasie im Übermaß

entstand in unsren Köpfen.

Zum Schloss ernannt ein altes Fass,

viel Geld in bunten Knöpfen.

 

Ob Springseil, Hula-Hopp, Yo-Yo,

mit Murmeln und dem Ball

beschäftigten wir uns stets froh,

auf Straßen, Hof, im Stall.

Wir spielten gerne im Versteck

mit Würmern, Frosch und Co,

von Stelzen fielen wir in Dreck,

beim Fangen auf den Po.

 

Mit Bademantel von Papa,

mit Opas altem Hut

und Stöckelschuhen von Mama,

nur passten sie nicht gut.

Mit Decken bauten wir ein Haus

in Küche oder Flur

und durften in den Schnee wir raus,

so war das Gaudi pur.

 

Die Kreide war auch sehr beliebt

für Straßenmalerei

und matschgefüllte Eimerchen,

doch diese nebenbei.

Wir trafen uns am Nachmittag

mit Fahrrad, Gummitwist

und wussten haargenau Bescheid,

wie spannend Spielen ist.

 

Auch Doktor mimen liebten wir

noch ungeniert und frei,

so manches blaue Auge gab‘s

und ohne Polizei.

In Seifenkisten, selbstgebaut,

rekordverdächtig schon,

mit vielen Pflastern im Gesicht

und auf dem Knie als Lohn.

 

Gesellschaftsspiele, Blinde Kuh,

mal Räuber und Gendarm.

Viel‘ Bücher lasen abends wir,

auch unterm Deckbett, warm.

Der Nik’laus brachte kein Geschenk,

nur Nüsse, Äpfel, rot,

und manchmal eine Rute,

doch hat bloß damit gedroht.

 

Wir wussten nichts vom Gameboytrend,

Computer waren fremd.

Nintendos, Skateboards, handylos,

ohn‘ Superstars das Hemd.

An Barbiepuppen, Roboter,

hat man noch nicht gedacht.

Die wurden erst viel später

und aus Japan hergebracht.

 

Im Fernseh‘n lief vorm Abendbrot

nur eine Kinderstund‘

mit  Kasperle, `nem schwarzen Pferd

und Lassie, einem Hund.

Doch Streiche haben wir gekannt,

so manchen auch erschreckt.

Die Zeit war vielleicht spielzeugarm,

jedoch für uns perfekt.

 

 

 

 

Ich möchte dich halten

 

Ich möchte dich halten, drum komm auf mich zu,

bedrücken dich Sorgen und fehlt dir die Ruh.

Verharre nicht länger, der Weg ist nicht weit.

Ich bin für dich da und hab stets für dich Zeit.

 

Verlassen dich Freunde, fühlst du dich verletzt,

so lass es mich wissen, gleich hier und auch jetzt.

Ich werde dich halten mit liebender Kraft,

verstehen und  lindern was Leiden dir schafft.

 

Komm zu mir, ich bitt dich und eile geschwind.

Ich will dich beschützen, mein ängstliches Kind.

Sei stille und schau in die Blätter im Wind,

getragen von Zweigen, die stark genug sind.

 

Erblickst du, hoch oben im mächtigen Baum,

da wiegt es sich sachte, man sieht es auch kaum,

in Ästen voll Laubes,  hast du es geschaut?,

Dort hat sich ein Vogel ein Nestchen gebaut.

 

Es sitzt zwischen Ästen, von Zweigen bedeckt,

verborgen vor Feinden, vor Blicken versteckt

und kommt mal ein stürmisches Brausen daher,

dann wiegt es sich heftig im Sturm hin und her.

 

Doch sitzt es behütet von Zweigen umfasst

im Schutze des Baumes auf knöchernem Ast.

Ich halt dich genauso mit schützendem Sinn,

weil ich dich so liebe und Mutter dir bin.

 

 

 

 

 

Kindheitserinnerung

 

Wenn an Winter ich denk, weckt es Kindheit in mir.

Schnee auf den Straßen, nicht wie heute und hier:

Dass nur Matsch oder Regen alle Wege verdreckt,

oder ein Hauch nur sie mit Flocken bedeckt.

 

Wie war damals Advent  im Dezember noch toll.

Wiesen mit Schnee gab’s, überall und recht voll.

Wo man Schlittschuh konnt‘ fahren auf gefrorenem See,

Schneemänner schmolzen erst im Frühjahresklee.

 

Viele Eisblumen gab’s an den Fenstern, im Strauß,

Lebkuchenduft zog herrlich lecker durchs Haus.

Und als Kinder wir träumten noch vom Christkind so oft,

Püppchen in Stuben waren heimlich erhofft.

 

Die Idylle, die einst jene Weihnachtszeit bot,

findet man heute nur mit ganz großer Not.

Fried und Freude von damals kennt man lange nicht mehr.

Dankbarkeit fühlen, fällt dem Kinderherz schwer.

 

Selbstverständlich scheint nun schon geworden zu sein:

Konsumrausch wird größer und Bescheidenheit klein.

Wie vermiss ich die Zeit jener Freude als Kind,

Winter und Weihnacht - geblieben doch sind.

 

 

 

 

Erwachsen werden

 

Als Kind wollt ich erwachsen werden,

so schnell wie möglich sollt es sein

und liebte Kleider und Gebärden

von schönen Damen nur allein.

 

Ich sah mich, in Gedanken schweifend,

auf einer Bühne im Applaus,

wo ich nach roten Rosen greifend

als Diva schritt zur Welt hinaus.

 

Noch glaubte ich den Märchenstunden

und dachte mir, sie würden wahr,

erahnte nicht die vielen Wunden,

die mir das Leben dann gebar.

 

In Wärme hab ich mich gewogen,

fühlt mich von Träumen eingehüllt.

Doch hab ich mich wohl selbst belogen,

nicht ahnend, dass sich nichts erfüllt.

 

Wir schnell vergingen diese Jahre,

wo unbeschwert ich Nächte schlief.

Erwachsen bin ich, grau die Haare

und oftmals ich nach ihnen rief.

 

Seh nun die Welt in andrem Lichte,

voll Bosheit, Kriege, Hass, Gewalt.

All meine Hoffnung, nun zunichte?

Erwachsen sein, bedeutet: Kalt!

 

Vom kämpfen, um zu überleben

in einer Welt voll Lug, Betrug

und Menschen, die nach Habgier streben,

hab ich, erwachsen, längst genug.

 

Heut sehne ich mich in Gedanken,

noch einmal jenes Kind zu sein,

wo Märchen, Träumen mich umranken

in jener Welt - und blieb dort  klein.

 

Doch hab ich mir ein Stück erhalten,

ganz tief im Herzen gut versteckt.

Mein Wille, niemals zu erkalten,

 

hat diesen Teil umhegt, bedeckt,

mit Frohsinn, Lachen, Zuversicht.

Erwachsen bin ich manchmal nicht.

 

 

 

 

 



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